Auktionshaus

Auktion: Jugendstil & Design

15. Dezember 2021, 18:00 Uhr

1447

Seltene Gründerausgabe "Ver Sacrum"

Wien, Gerlach und Schenk, 1898 Leipzig, E. A. Seemann, 1899 Wien, Vereinigung der bildenden Künstler Österreichs, 1900-03
Jahrgänge 1 bis 6, insgesamt 120 Hefte und 1 Sonderheft: "Ver Sacrum / Kalender / 1903"; originale Umschläge mitgebunden, jeweils mit illustriertem Deckblatt; je ein Jahrgang in modernem, roten Halbledereinband gebunden, Oberkanten mit Goldschnitt; in 6 Kartonschubern Ausgabe von einem der Subskribenten bezogen (Gründerausgabe); die Hefte von JG 1 mit den charakteristischen Umschlägen der Gründerausgabe, mit zahlreiche Originalgrafiken, Abbildungen und Tafeln (teilweise farbig) allgemein in sehr gutem Zustand, nur stellenweise geringfügig stockfleckig bzw. leicht gebräunt (insbesondere an den ursprünglichen Beilageorten der Lesezeichen) JG 1 ohne Sonderheft; JG 4 1 fehlendes Bl. Gustav Klimt "Musik" (Heft 13, S. 213/14), 3 Bl. zu Heft 12 statt Heft 19 gebunden und 1 Bl. Nachruf Eugène Jettel zu Heft 9 statt Heft 16 gebunden; JG 5 ohne Sonderheft Helfert und ohne herausnehmbarem Bl. für Abonnement; JG 6 ohne Sonderheft "Ver Sacrum / Kollektiv-Ausstellung Gustav Klimt" und ohne herausnehmbare Korrespondenzkarte; original beiliegende herausnehmbare Lesezeichen und Werbeblätter nicht inkludiert
JG 1 und 2: 27 x 29 cm JG 3 bis 6: 23,5 x 25 cm

Literatur

Christian M. Nebehay, Ver Sacrum 1898-1903. München 1979;
Katalog „Ver Sacrum / Die Zeitschrift der Wiener Secession 1898-1903“, Historisches Museum der Stadt Wien, 1982;
Maria Rennhofer, Kunstzeitschriften der Jahrhundertwende in Deutschland und Österreich, 1987, S. 105-120, 137-39, 200

€ 35.000 - 70.000

Gebot abgeben

„Die um Klimt versammelten jungen Künstler hatten von allem Anfang an zwei wichtige Ziele: ein eigenes Ausstellungsgebäude und eine eigene Zeitschrift. Während jenes 1898 nach erstaunlich kurzer Bauzeit von sechs Monaten bezugsfertig war und mit der zweiten Ausstellung der Secession am 12.11.1898 eingeweiht werden konnte, erschien >Ver Sacrum< bereits seit Jänner 1898, die einzige von einer Gruppe unternehmungslustiger Künstler gegründete und betreute deutschsprachige Zeitschrift des Jugendstils. Getragen von jugendlichem Enthusiasmus, schritten sie an die Herausgabe der Zeitschrift ihrer Vereinigung; ohne erkennbare Förderung seitens der Behörden und großer Mäzene, ohne sichere finanzielle Grundlage, lediglich gestützt auf eine kleine, heute nicht mehr erfassbare Gruppe Wohlgesinnter, die bereit war, Exemplare der „Gründerausgabe“ zu erhöhten Preisen zu abonnieren. Sie leisteten alle künstlerischen Beiträge kostenlos, mit Ausnahme jener für den zweiten Band, der in einem Verlag erschienen ist. So wie alle am Bau des Gebäudes der Secession beteiligten Künstler auf ihr Honorar verzichtet hatten und wie sie die durch ihre Ausstellungstätigkeit erzielten Gewinne dem Ankauf wichtiger Kunstwerke widmeten. Wir glauben mit Sicherheit aus all dem die noble Art Gustav Klimts zu erkennen, der bis zum Austritt seiner Gruppe, 1905, aktiv oder im Hintergrund die Geschichte der Secession nachhaltig beeinflusste.“ (Christian M. Nebehay, Ver Sacrum 1898-1903, S. 30)