Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

14. Dezember 2021, 15:00 Uhr

0109

Jacob Grimmer

(Antwerpen 1526 - nach 1590 Antwerpen)

„Einzug Christi in Jerusalem“
1570er Jahre
Öl auf Holz
32,5 x 53,5 cm

Provenienz

europäischer Privatbesitz

Kurz-Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, 2. März 2020, liegt bei.

€ 25.000 - 50.000

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Hinter den teils bewaldeten grünen Hügeln erhebt sich die monumentale und detailreich gestaltete Stadt Jerusalem. Entlang des Weges sind bereits Personen zu erkennen, die den Boden zu Ehren Jesu mit Palmwedeln oder ihrer Kleidung auslegen. Christus reitet, von Jüngern begleitet, auf einem Esel, die rechte Hand in einem Zeigegestus erhoben.
Der Antwerpener Künstler Jacob Grimmer spielte eine ausschlaggebende Rolle in der Entwicklung der flämischen Landschaftsmalerei. Obwohl er in der Tradition der Weltlandschaften und eines additiven Kompositionsansatzes in der Tradition Pieter Bruegels d. Ä. verwurzelt blieb, trug Grimmer durch sein Verständnis für eine kohärentere räumliche Vertiefung und atmosphärische Effekte nachweislich zum Aufstieg der naturalistischen Landschaftsmalerei bei. Seine Hinwendung zu mehr Einfachheit und Authentizität in der Darstellung ist auch in seinem effektiven Einsatz naturnaher Farben und stimmungsvoller Nuancen erkennbar.
Dr. Klaus Ertz datiert das Gemälde in die 1570er-Jahre. Zu Grimmers Landschaftsgemälden, welche schon von dessen Zeitgenossen, wie Carel van Mander sehr geschätzt wurden, schreibt er: „In seinen Landschaften sind die Einflüsse von Hans Bol und Hieronymus Cock erkennbar. Als ein Zeitgenosse Pieter Bruegels des Älteren steht seine Malerei natürlich auch in sehr engem Bezug zu dessen Werk. Seine Landschaften sind bevorzugt weite Hügellandschaften, zumeist aus seiner brabantischen Heimat. Der Rundtempel im Hintergrund dieser Phantasielandschaft allerdings ist ein direkter Hinweis auf die Figurendarstellung im Vordergrund, die den Einzug Christi nach Jerusalem darstellt.“ (vgl. Kurz-Gutachten Dr. Klaus Ertz)