Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

17. Dezember 2021, 14:00 Uhr

3036

Arik Brauer*

(Wien 1929 - 2021 Wien)

„Orpheus und Eurydike“
Öl auf Platte; gerahmt
50 x 80 cm
Signiert links unten: Brauer
Rückseitig Werkverzeichnisnummer 747 sowie bezeichnet: Orpheus und Eurydike

Provenienz

direkt vom Künstler;
seither Privatbesitz, Wien

€ 35.000 - 70.000

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Griechische Mythen waren immer schon eine große Inspirationsquelle für meinen Vater, vor allem was die psychologisch menschliche Komponente der Helden anbelangt. Diese Geschichten waren für ihn fantastischer Realismus.
Musik vermochte auch für Arik Brauer Berge zu versetzen und Verstorbene zurückzubringen. Weil sie sich am meisten von allem Irdischen abhebt, empfand er sie als die Kunst aller Künste.
In den Nullerjahren entstanden, ist das Werk sowohl von der Komposition, als auch von der Dichte der Details ein sehr typisches Brauer Meisterwerk. Neben vielen Episoden und Szenen hinter dem Hauptthema sind hier auch weitere Figuren aus der Mythologie zu erkennen, u.a. Tantalos und Sisyphos.

Die Beratung (Kat.-Nr. 3037)

Ein sehr feingemaltes Temperawerk aus den Zehnerjahren in der alt bewährten Lasurtechnik des Meisters.
Mit sehr sparsam aufgetragener Farbe wirkt das Bild sehr filigran und edel, Tupf-Technik an den Gewändern und Streichtechnik im Himmel lassen die Struktur der Pinsel erkennen. Eine Struktur bzw. ihre Illusion in der Malerei zu erreichen, war für meinen Vater fundamental und auch immer die größte Herausforderung in seinem Schaffen, da die zweidimensionale Fläche des Bildes diese physikalisch ausschließt. Es war aber meinem Vater immer ein Anliegen, dass jeder Betrachter Kraft seiner Fantasie seine eigenen Assoziationen aufkommen lässt.

Die letzte Pfütze (Kat.-Nr. 3038)

Dieses Spätwerk knüpft an eines der wichtigsten Themen der Kunst meines Vaters an: die Umweltproblematik.
Als langjähriger Erkunder der Wüsten Nordafrikas, Äthiopiens und am Sinai war er sich des unschätzbaren Wertes des Wassers immer bewusst. Eine ausgetrocknete, karge Landschaft als Hintergrund und verzweifelte Menschen und Tiere im Zentrum eines immer dichter werdenden Kreises. Der Flug pechschwarzer Vögel in eine düstere Zukunft verleiht dem Kunstwerk Bewegung.

(Timna Brauer)