Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

14. Dezember 2021, 16:30 Uhr

0264

Ferdinand Georg Waldmüller

(Wien 1793 - 1865 Helmstreitmühle bei Mödling)

„Eine Braut“
1826
Öl auf Leinwand
68,5 x 55,5 cm
Signiert und datiert am rechten Rand unten: Waldmüller / 1826

Provenienz

Generaldirektor Palmer, Wien (bis 1915);
Dorotheum Wien, 256. Auktion, 1.12.1915, Nr. 78;
Auktionshaus Zezula, Brünn, 10.12.2016, Nr. 268;
seit 2016 Privatsammlung, Wien

Literatur

Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S. 290, Nr. 162 (SW-Abb.);
Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Wien-München 1996, S. 435, WV-Nr. 177 (SW-Abb.)

€ 35.000 - 70.000

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Ferdinand Georg Waldmüller war nicht nur einer der bedeutendsten Maler des Wiener Biedermeier, sondern auch einer der produktivsten Porträtmaler seiner Zeit. In seinem umfangreichen Schaffen finden sich über 500 Porträts, ausgezeichnet durch präzise und naturgetreue Wiedergabe sowie beeindruckende Lebendigkeit.

Im Entstehungsjahr des Gemäldes, 1826, etablierte sich Waldmüller bereits zu einem äußerst gefragten und erfolgreichen Porträtmaler. Zu seinen Auftraggebern zählten sowohl Vertreter des Bürgertums wie auch des Hochadels, er erhielt sogar den Auftrag, Kaiser Franz I. zu porträtieren. Waldmüller, der stets nach der getreuen Schilderung der Natur strebte, gab seine Modelle ungeschönt, jedoch immer würdevoll, wieder. Sein unmittelbarer Zugang zur Realität erlaubte es ihm, die natürliche Unbefangenheit und Individualität der Porträtierten zu erfassen, während er das Vorbild malerisch präzise und detailgetreu abbildete.

Waldmüllers virtuose Wiedergabe der Stofflichkeit wird im vorliegenden Porträt besonders deutlich. Mit feinem Pinselduktus werden der glänzende Stoff des Kleides und die zarte, fließende Spitze des Schleiers herausgearbeitet, welche sich kontrastreich vom dunklen Hintergrund abheben. Die sanften Gesichtszüge der jungen Braut und ihr fast schüchternes, leichtes Lächeln verleihen der Porträtierten eine Ausstrahlung von subtiler Zurückhaltung. (IH)