Hassfurther-Nachlass: Mozart-Programmzettel erzielt das Zehnfache des Startpreises
Den erfolgreichen Auftakt der Großen Sommerauktion im Kinsky bildete am Montag der dritte Teil der Geschäftsauflösung von Wolfdietrich Hassfurther, der eine Verkaufsrate von über 70 Prozent erzielte. Spitzen-Los des Angebots mit einem Schwerpunkt auf Autographen, Literatur, Grafik und Zeichnungen war ein Programmzettel des „Concert des Herrn Kapellmeister Mozart“ im Leipziger Gewandhaus aus dem Jahr 1789. Mit einem Zuschlag von EUR 19.500* übertraf dieses Los den Startpreis um mehr als das Zehnfache.

Wolfgang Amadeus Mozart, erzielter Preis € 19.500
Zeitgenössische Kunst: Nitsch-Schüttbild und Helnwein sorgen für Aufsehen
Der Dienstagnachmittag stand ganz im Zeichen der Zeitgenössischen Kunst. Den Anfang machte die Sammlung Peter Baum, deren Positionen auf großes Interesse stießen. Besonders gefragt waren Arbeiten von Hermann Nitsch: Ein frühes Schüttbild des Künstlers wurde nach einem minutenlangen Bietergefecht für EUR 140.500* verkauft und erzielte damit mehr als das Vierfache des Startpreises. Auch in der Auktion Zeitgenössischer Kunst konnten zahlreiche Spitzenpreise erzielt werden. Das Coverlos der Versteigerung, „The Child Dreams“ von Gottfried Helnwein, das zugunsten der Restaurierung des Wiener Stadttempels versteigert wurde, verdoppelte mit 101.000* EUR annähernd seinen Startpreis. Ebenfalls stark nachgefragt war eine typische Arbeit von Franz Zadrazil, die mit EUR 32.500* einen Preis über dem oberen Schätzpreis erzielte.

Hermann Nitsch, erzielter Preis € 140.500

Gottfried Helnwein, erzielter Preis € 101.000

Franz Zadrazil, erzielter Preis € 32.500
Alte Meister: Werner-Gemälde übertrifft Schätzung um das 70-Fache
Das Angebot am Mittwoch reichte von Gemälden Alter Meister bis hin zu Werken der Phantastischen Realisten. Für eine Überraschung sorgte das kleine Gemälde „Vision des Heiligen Hieronymus“ des Schweizer Malers Joseph D. J. Werner, das mit EUR 175.500* mehr als das 70-Fache der unteren Schätzung erzielte. Großen Anklang fand auch ein Pergament mit der Darstellung eines „Thronenden Christus als Weltenrichter“ aus dem 13. Jahrhundert. Das Werk war mit EUR 500 bis 1.000 taxiert und wurde schließlich für EUR 23.500* verkauft.

Joseph D. J. Werner , erzielter Preis € 175.500

Buchminiatur, erzielter Preis € 23.500
Gemälde des 19. Jahrhunderts: Waldmüller-Meisterwerk nach 100 Jahren Familienbesitz für über EUR 440.000 versteigert
In der darauffolgenden Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts erzielte Ferdinand Georg Waldmüllers faszinierendes Gemälde „Die Verlobung“ aus dem Jahr 1857 den Spitzenpreis dieser Sparte. Das Werk befand sich seit mehr als 100 Jahren in Familienbesitz und wurde für EUR 442.000* verkauft. Besonders gefragt war sowohl Germain Fabius Brests „Straßenszene in Konstantinopel“, die sich gegenüber der unteren Schätzung von EUR 15.000 schlussendlich um EUR 42.000* verkaufte, als auch Anton Romakos Gemälde „Die Lieblingshenne“, das mit EUR 65.000* den oberen Schätzpreis übertraf.

Ferdinand Georg Waldmüller, erzielter Preis € 442.000

Germain Fabius Brest, erzielter Preis € 42.000

Anton Romako, erzielter Preis € 65.000
Moderne Kunst: Absolon-Rekord und Klimt-Studie begeistern Bieter
Den Ausklang des Tages bildete die Versteigerung Moderner Kunst. Hier waren Werke von Max Weiler, Kurt Absolon und Carl Moll besonders gefragt und erzielten starke Ergebnisse. So verdoppelte eine Prateransicht Molls mit EUR 110.500* die untere Schätzung. Das erste Los der Sitzung, eine Studie der Hoffnung II von Gustav Klimt kletterte von EUR 20.000 auf schlussendlich EUR 52.000*. Kurt Absolons Topfpflanze spielte nach einem hitzigen Bieterduell einen neuen Rekordpreis von EUR 56.500* ein.

Carl Moll, erzielter Preis € 110.500

Kurt Absolon, erzielter Preis € 56.500

Gustav Klimt, erzielter Preis € 52.000
Antiquitäten, Jugendstil und Design: Hoffmann-Brosche aus Privatbesitz erzielt EUR 103.000
Den Abschluss der Auktionsserie bildeten die Sparten Antiquitäten, als auch Jugendstil und Design. Im Bereich Antiquitäten konnte ein um 1800 entstandener, mit Wurzelholz furnierter Obelisk den oberen Schätzpreis um ein Vielfaches übertreffen und wurde schließlich für EUR 38.000* zugeschlagen. Eine Brosche von Josef Hoffmann aus britischem Privatbesitz stellte den Höhepunkt der Jugendstil- und Designauktion dar. Das Schmuckstück, dessen Gestaltung an einen Teil der Fassade des Palais Stoclet erinnert, erzielte mit EUR 103.000* den Höchstpreis dieser Sektion.

Josef Hoffmann, erzielter Preis € 103.000

Obelisk, erzielter Preis € 38.000
Starke nationale und internationale Nachfrage bestätigt im Kinsky als eines der führenden österreichischen Auktionshäuser
Erneut zeigte sich eine große nationale und internationale Nachfrage in unserem vielfältigen Angebot dieser Saison. In sämtlichen Sparten konnten bemerkenswerte Ergebnisse erzielt werden.
*Preise verstehen sich inklusive Käuferaufgeld