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Chryselephantin – Eleganz in Elfenbein

29.09.2025 / Auktion am 21. Oktober ab 16 Uhr

 

Ursprung und Bedeutung des Begriffs

Der Begriff „Chryselephantin” stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den Wörtern „chrysos” (aus Gold) und „elephantinos” (aus Elfenbein) zusammen. Schon in der Antike kombinierten die Griechen diese kostbaren Materialien in monumentalen Kultstatuen.

Blütezeit der Elfenbeinschnitzerei

Die Kunst der Elfenbeinschnitzerei erlebte in Europa während des Barocks und Rokokos eine erneute Blüte und wurde für ihre Feinheit und ihren Glanz geschätzt.

Chryselephantin im 20. Jahrhundert

Trotz seiner antiken Wurzeln wird der Begriff Chryselephantin heute vor allem mit den eleganten, oft theatralischen Skulpturen des frühen 20. Jahrhunderts in Verbindung gebracht, die den Jugendstil und das Art Déco prägen. Bei diesen Skulpturen wurde Elfenbein nicht mehr mit Gold, sondern vor allem mit Bronze und anderen edlen Materialien kombiniert, um den Geist der Moderne einzufangen.

Vielfalt der Skulpturen im Katalog

Die folgenden 82 Katalognummern stellen eine außergewöhnlich umfassende Auswahl dieses besonderen Skulpturentyps dar. Die Figuren spiegeln die Eleganz, Sinnlichkeit und Dynamik wider, die die dekorative Kunst der Zwischenkriegszeit prägten. Während frühe Werke noch klassische oder allegorische Themen aufgreifen – wie unsere Katalognummern 54 und 55 von H. Weisenfels bzw. Mathurin Moreau –, richtete sich der Blick bald auf zeitgenössische Sujets. Der Einfluss der Ballets Russes, des Stummfilms und der klaren Linien der modernen Formensprache ist unverkennbar.

Bedeutende Künstler und Werke

Manche Figuren beziehen sich direkt auf prominente Personen dieser Zeit, wie etwa Katalognummer 100, das von Tilla Durieux’ legendärer Darstellung der Salomé inspiriert ist. Meistens wird jedoch nur eine idealisierte weibliche Figur in tänzerischer Bewegung dargestellt, die als Sinnbild für Raffinesse, Vitalität und die neu gewonnene Freiheit des Körpers in der Kunst steht. Zu den bekanntesten Schöpfern dieser Darstellungen zählt Josef Lorenzl (Kat. Nr. 25–48). Seine grazilen Tänzerinnen, ob im Moment der Pirouette oder in dramatischer Pose eingefroren, verkörpern den Esprit und die Lebensfreude der Goldenen Zwanziger. Ebenso ikonisch sind die Werke von Demétre Chiparus (Kat. Nr. 49 und 50). Er war wohl der berühmteste Künstler dieses Genres und seine stilisierten Figuren aus Mythologie, Oper und Pariser Bühnenwelt vereinen Fantasie und Präzision auf vollendete Weise.

Zeitlose Faszination der Chryselephantin-Kunst

Diese Sammlung vereint einige der schönsten Beispiele chryselephantiner Kunst. Diese Werke haben durch die Verbindung von Luxus und Bewegung, Fantasie und Form auch ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung nichts von ihrem Charme verloren.

 

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