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Cornelius Kolig*
(Vorderberg 1942 - 2022 Vorderberg)
„o.T.“
Plastik, Metall
H. 108 cm
Ausstellung
Biennale von São Paulo, 1975.
Startpreis: € 7.000
erzielter Preis: € 16.500 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 12.000
Auktion ist beendet.
Cornelius Koligs Werk ist für die Entwicklung der zeitgenössischen Plastik und Objektkunst in Österreich von zentraler Bedeutung. Seit 1964 befasst er sich mit neuartigen Kunststoffen und erkundet die Möglichkeiten, aus synthetischen Materialien naturhafte oder ausdrucksvolle Gebilde zu schaffen, die gleichzeitig technoid aber auch organisch-körperlich wirken. 1970 wurde er zur Biennale von Venedig eingeladen, um vor Ort Plexiglasobjekte herzustellen, die dann auch käuflich zu erwerben waren. Diesem wichtigen Teil seines umfassenden und vielfältigen Oeuvres hat er auch in seinem „Paradies“ – jenem Gesamtkunstwerk in Vorderberg im Gailtal aus Objekten, Installationen, Gartenelementen und Gebäuden – einen eigenen „Silo“ gewidmet.
In der Kunst Cornelius Koligs geht es immer um das Verhältnis zwischen Innen und Außen, zwischen Sichtbarem und Verborgenen. In den skulpturalen Objekten der späten 1960er und frühen 1970er Jahren arbeitet er mit durchsichtigem Plexiglas und Polyester, das mit vernickelten Eisen- und Stahlspangen in ein straffes Korsett gespannt wird. Monsignore Otto Mauer, Begründer der Galerie St. Stephan und Förderer der gleichnamigen Künstlergruppe, sieht „das Plexiglas in Analogie zur Haut des Menschen, die das Unheimliche seines Inneren verbirgt“ (Klaus Albrecht Schröder (Hg.), The Beginning. Kunst in Österreich 1945 bis 1980, Ausstellungskatalog, Albertina modern, Wien 2020, S. 202).
Cornelius Kolig verformt die Plastikteile mittels Hitze und Druckluft, sodass sie blasenförmig „in der schwellenden Form erstarren“ (Schröder, S. 202). Sie vermitteln den Eindruck, unter steter Spannung zu stehen, ein Empfinden, das auch durch die metallischen Verschraubungen verstärkt wird. Sie scheinen sich somit in einem „bewusst angehaltenen Erregungszustand“ (Schröder, S. 202) zu befinden. Der Gesamteindruck wird durch die Farbigkeit einzelner Teile und die Transluzidität des Materials bestimmt, wodurch es dem Künstler gelingt, so abstrakte Qualitäten wie Raum und Licht darzustellen. Genau diese schwer greifbaren Phänomene und Spannungsfelder sind es, die den Materialforscher Cornelius Kolig interessieren, und die seine Kunst so einzigartig machen.
(Sophie Cieslar)



