Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

17. Juni 2026, 14:00 Uhr

3007

Giovanni Bellini Umkreis

(Venedig 1430/35 - 1516 Venedig)

„Maria mit dem Christuskind“
Öl auf Holz; gerahmt
43 x 34 cm
Rückseitig Etikett der Eremitage St. Petersburg: S. E. V. D. / Aus dem Katalog der Gemälde / die der Kaiserlichen Eremitage gehören / Nr. 474/6594 (Übersetzung);
Rückseitig Wachssiegel von der Kunstakademie in Bologna

Provenienz

Laut Siegel, Akademie der bildenden Künste, Bologna (als Giovanni Bellini);
Laut Etikett, Eremitage St. Petersburg, Nr. 474/6594 (als Giovanni Bellini);
Rudolf Lepke Berlin, Auktion "Kunstwerke Leningrader Museen und Schlösser", 6.-7. November 1928, Nr. 358 (als Pier Francesco Bissolo);
österreichischer Privatbesitz

Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
erzielter Preis: € 58.500 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 45.000
Auktion ist beendet.

Giovanni Bellini (1430/35 – 1516), der zu den prägendsten Persönlichkeiten der venezianischen Malerei an der Schwelle von der Früh- zur Hochrenaissance gilt, führte diese aus mittelalterlichen Traditionen zu einer neuen, zeitgemäßen Bildsprache. Als Sohn einer bedeutenden Künstlerdynastie wurde er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Gentile in der Werkstatt des Vaters Jacopo ausgebildet, wobei der enge künstlerische Austausch mit seinem Schwager Andrea Mantegna insbesondere auf die plastische Durchbildung seiner Figuren wirkte. Bellinis herausragende Leistung liegt jedoch vor allem in seiner innovativen Verwendung von Licht und Farbe sowie in der Entwicklung eines einheitlichen, perspektivisch überzeugenden Bildraums. Seine differenzierte Lichtführung und das fein abgestimmte Kolorit prägten die venezianische Malerei des späten 15. Jahrhunderts nachhaltig und legten zugleich die Grundlage für ihre weitere Entfaltung, die in der Generation Tizians eine entscheidende Fortsetzung fand und der venezianischen Schule eine zentrale Stellung innerhalb der europäischen Kunstgeschichte sicherte.

Das vorliegende Gemälde „Maria mit dem Christuskind“ gehört zu den zentralen Bildtypen im Œuvre Bellinis. Die Komposition zeigt Maria mit gesenktem Blick, während das Christuskind dem Betrachter zugewandt ist und seine Hand zum Segen erhebt. Eine gemalte Brüstung im Vordergrund schafft eine bewusste Distanz zwischen Bildraum und Betrachter – ein typisches Motiv in Bellinis Marienbildern. Im Hintergrund öffnet sich eine weitläufige Landschaft mit bergiger Silhouette, ein charakteristisches Element, das der Künstler maßgeblich geprägt hat.