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Robert Russ
(Wien 1847 - 1922 Wien)
„Riviera bei Gargnano am Gardasee“
um 1910
Öl auf Leinwand; gerahmt
50,5 x 71,5 cm
Signiert rechts unten: Robert Russ.
Provenienz
1931 Fürstlich Liechtensteinsche Galerie;
1989 Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien;
1995 Kunsthandel Haslauer, Salzburg;
Pritvatbesitz, Österreich
Ausstellung
wohl 1923 Gedächtnisausstellung, Künstlerhaus Wien, Nr. 444 ("Gardasee"; Eigentum Sr. Durchlaucht des reg. Fürsten Johann von und zu Liechtenstein")
Literatur
Adolf Kronfeld, Führer durch die Fürstliche Liechtensteinsche Gemäldegalerie, Wien 1931, Nr. 2232;
Kunsthandel Giese & Schweiger, Herbstkatalog 1989, Nr. 20 (Abb.);
Residenzgalerie Salzburg (Hg.), Ausstellungskatalog, Faszination Landschaft. Österreichische Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts auf Reisen, Salzburg 1995, S. 108f (Farbabb.);
Herbert Giese, Robert Russ. Von der Freude am Diesseits, in: Parnass Nr. 1/1999, S. 56-65, S. 60 (Abb.);
Andrea Winklbauer, Robert Russ 1847-1922. Monographie mit Verzeichnis der Gemälde, Auktionshaus im Kinsky (Hg.), Wien 2016, S. 214, WV-Nr. I.415 (Farbabb.), S. 242-243 (Farbabb.)
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Robert Russ war ein Schüler des Landschaftsmalers Albert Zimmermann, der, inspiriert von der Schule von Barbizon, seine Schüler ermutigte, Studien in der freien Natur zu malen. Unter diesem Einfluss unternahm Russ zahlreiche Reisen. In Südtirol und dem Trentino, wo er ab Mitte der 1870er Jahre die Sommermonate verbrachte, fand er bald seine bevorzugten Motive. So hielt er in zahlreichen Werken die Gegenden bei Meran und Bozen, ab Mitte der 1890er Jahre die Orte und Landschaften rund um den Gardasee fest.
Die Uferlandschaft bei Gargnano hat Russ mehrmals, in unterschiedlichen Fassungen, gemalt. Dieser beschauliche Ort an der Westküste des Gardasees entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts, wie die gesamte Region um den See, zunehmend zu einem Reiseziel für Adel und gehobenes Bürgertum. In der Folge wurden prunkvolle Villen erbaut, die den noblen Besuchern vor allem als Sommerresidenzen dienten. Russ hat die lichtdurchflutete, südliche Atmosphäre dieser Gegend gekonnt festgehalten. Das kräftige, in vielfachen Abstufungen schimmernde Blau des Sees und des Himmels nehmen einen Großteil der Bildfläche ein. Luft und Wasser sowie das steil zum Ufer abfallende Gelände mit seinen Gebäuden, hat der Künstler in pointillistischer Malweise beinahe impressionistisch aufgelöst wiedergegeben. Licht und Schatten bilden effektvolle Kontraste, gleichzeitig liegt eine ruhige Stimmung über der Szenerie. Dieser neue Stil, in dem Russ ab ungefähr 1900 malte, macht die vorliegende Arbeit zu einem herausragenden Meisterwerk in seinem späten Œuvre, in welchem Russ dem Betrachter die Schönheit des Südens auf subtile, unspektakuläre Weise vor Augen führt. (MS)









