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Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

17. Juni 2026, 14:45 Uhr

Objektübersicht
Objekt

3211

Karl Mediz

(Wien 1868 - 1945 Dresden)

„Die Adria bei Duino“
1896
Öl auf Leinwand; gerahmt
70 x 101 cm
Signiert und datiert links unten: K. Mediz / 1896

Provenienz

Privatbesitz, Deutschland

Literatur

Vergleiche: Oswald Oberhuber/Wilfried Seipl/Sophie Geretsegger, Emilie Mediz-Pelikan (1861-1908), Karl Mediz (1868-1945) (Kat. Ausst. Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien, 24. April - 25. Mai 1986 und Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz, 23. April - 22. Juni 1986), Wien 1986, S. 160f, Nr. 53

Schätzpreis: € 10.000 - 20.000
erzielter Preis: € 33.800 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 26.000
Auktion ist beendet.

Karl Mediz entstammte einer Kaufmannsfamilie und begann mit vierzehn Jahren eine Lehre in einer Gemischtwarenhandlung in Retz. Nach drei Jahren beendete er diesen Berufsweg und ging nach Wien, um bei Friedrich Amerling vorzusprechen, der ihm künstlerisches Talent bezeugte. Daraufhin studierte er unter anderem in Wien bei Siegmund L’Allemand und Christian Griepenkerl, sowie an der Acadèmie Julian in Paris.

1891 heiratete Mediz die Künstlerin Emilie Pelikan (1861-1908). Das Paar lebte nach der Hochzeit in Wien, vermutlich von Karls Eltern unterstützt. In der Donaumetropole stießen die beiden mit ihrer Kunst immer wieder auf Ablehnung, obwohl namhafte Künstlerkollegen sowie Kritiker ihre Arbeiten öffentlich lobten und verteidigten. Durch die Unterstützung von Freunden und Förderern konnten Karl und Emilie einige Studienreisen unternehmen. Ein ausgedehnter Aufenthalt in Italien ist für das Jahr 1892 nachweisbar.

In Italien besuchte das Künstlerehepaar Duino. Dieser, an der nördlichen Adria in der Nähe von Triest gelegene Küstenort, zog viele Künstler an. Musiker, Literaten und Dichter wie Franz Liszt, Marc Twain oder Rainer Maria Rilke ließen sich von der mediterranen Atmosphäre und der kargen Karstlandschaft inspirieren. Auch Karl Mediz war von diesem Ort fasziniert, malte er den Felsen mit der Ruine des alten Schlosses von Duino doch in mehreren Fassungen. Für die vorliegende Ansicht wählte er einen erhöhten Standpunkt und blickte somit auf Meer und Küstenstreifen. Der schroffe, steil zum Wasser abfallende Kalkfelsen mit der Ruine wurde ins Zentrum der Komposition gerückt, wobei Mediz das Augenmerk besonders auf die ruhige Meeresoberfläche legte, welche in den verschiedensten Blautönen schillert. Äußerst reizvoll ist die Lichtstimmung, in der er gekonnt mit Farbkontrasten arbeitet. So hebt sich der helle Felsen wirkungsvoll vom Meer ab und spiegelt sich zugleich im Wasser, das mit seinen changierenden Blautönen den Großteil der Leinwand einnimmt. Das Gemälde besticht zudem durch zahlreiche feine Details wie den zarten Blättern und Ästen der Sträucher im Vordergrund oder den kleinen Schiffen, die sich als winzige Punkte am Horizont "verlieren". Auf diese Weise verdichtet Mediz Landschaft, Licht und Farbe zu einem atmosphärischen Gesamtkunstwerk. (MLS)