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Carl Moll
(Wien 1861 - 1945 Wien)
„Prater, Kalte Lacke“
um 1928
Öl auf Holz; gerahmt
35 x 35,5 cm
Monogrammiert links unten: CM
Rückseitig auf Originaletikett eigenhändig bezeichnet: Carl Moll / Prater - Kalte Lacke
Provenienz
Privatbesitz, Österreich;
Auktionshaus im Kinsky, 17.04.2012, Nr. 60;
Privatbesitz, Wien
Literatur
Cornelia Cabuk, Carl Moll. Monografie und Werkverzeichnis, Belvedere Werkverzeichnisse, Band 11, Wien 2020, GE 405, Abb. S. 234
Schätzpreis: € 50.000 - 100.000
erzielter Preis: € 110.500 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 85.000
Auktion ist beendet.
In Carl Molls vielseitigem Spätwerk bilden die Donauauen beim Prater erneut ein von ihm bevorzugtes Motiv seiner impressionistischen Lichtmalerei. Wenn er nicht mit dem Kunsthistoriker und Autor Julius Meier-Graefe auf den Spuren von Paul Cézanne im Süden Frankreichs verweilte oder an der ligurischen Küste malte, verbrachte er die Sommertage gerne in den Praterauen. Das naturbelassene Erholungsgebiet inmitten Wiens mit den stillgelegten Donauarmen inspirierte ihn zu malerisch freien Farbstudien, in denen er seine Sichtweise des mediterranen Südens auf die heimische Landschaft übertrug. Dabei beobachtete er, wie Claude Monet in seinen späten Serien, den Lichteinfall vor dem gleichen Motiv zu unterschiedlichen Tageszeiten. Molls Duktus wurde freier und bildete anhand kräftiger, leuchtender Farbtöne eine autonome Struktur auf der Leinwand, wobei er Elemente des expressiven Kolorismus der jungen Generation reflektierte. Bildparallele Farbzonen in kontrastierenden Tönen in dynamischen, heftig bewegten und pastosen Pinselzügen charakterisieren seine moderne, flächengebundene Kompositionsweise, wobei er, wie Oskar Kokoschka in seinem expressionistischen Frühwerk, in die Maloberfläche mit der Pinselrückseite grafische Strukturen ritzte. Indem Moll „in der Echtheit jeder künstlerischen Erscheinung ihren letzten und entscheidenden Wertmaßstab erblickte“ (Hans Tietze), zeigte der 67-jährige Künstler seine Bilder damals gerne mit der jungen Avantgarde, Kokoschka, Herbert Boeckl, Hans Christian Andersen, Gerhart Frankl und Hans Böhler.
(Cornelia Cabuk)







