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Oskar Kokoschka*
(Pöchlarn 1886 - 1980 Montreux)
„Wiesenblumen“
1945
Aquarell auf Papier; gerahmt
63 x 48 cm
Signiert und datiert links unten: OKokoschka 1945
Provenienz
Privatbesitz, Österreich
Schätzpreis: € 18.000 - 30.000
erzielter Preis: € 27.000 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 20.000
Auktion ist beendet.
Oskar Kokoschka, dessen umfangreiches und beeindruckend vielseitiges Oeuvre den Bogen über fast acht Jahrzehnte spannt, hat die europäische Moderne mitgeprägt und ihr wesentliche Impulse verliehen. War er in den bahnbrechenden frühen Jahren das "enfant terrible", der radikale und gegen alle Konventionen aufbegehrende Protagonist der expressionistischen Avantgarde, nahm er später auch die Rolle des Bewahrers der Maltradition ein. So hat er sich nach dem Krieg gegen den Weg in die Abstraktion entschieden und eine künstlerische Position vertreten, zu der die Wiederaufnahme tradierter malerischer Werte gehörte.
Nachdem im Jahr 1937 über vierhundert seiner Werke in Deutschland als "entartete Kunst" beschlagnahmt worden waren, sah sich Oskar Kokoschka dazu gezwungen, nach England zu emigrieren. Während der Kriegsjahre sollte das Thema der Naturdarstellung zunehmend an Bedeutung in der Wahl seiner Bildsujets gewinnen. Bevorzugt widmete er sich Landschaftsskizzen, Tier- und Blumenstillleben. Bei letzteren setzte er die farbenfrohe, vitale Schönheit des Motivs bewusst in Kontrast zu den Schrecken und der Zerstörung des Krieges.
In kräftigen, frischen Farben zaubert er einfache Wiesenblumen in natürlich auseinanderstrebender Anordnung auf das Papier. Die ebenso feingliedrig wie schwungvoll, mit spontanem Pinselstrich gemalten Frühlings- und Sommerblumen vermitteln den Eindruck lebendiger Natürlichkeit und werden zum Sinnbild von blühender Vitalität.
(Claudia Mörth-Gasser)



