Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

06. Dezember 2022, 15:00 Uhr

0049

Jakob Van de Kerckhoven

(Amsterdam um 1637 - 1712 Venedig)

„Stillleben mit Wildschweinkopf, Korb mit Drosseln, Fasanen, Kohl, Blumenkohl, Spargel, Weinflaschen / Stillleben mit Hase, Korb mit Waldschnepfen und Artischocken, Fasan, Tauben, Vögeln, Austern und Zitrusfrüchten (Pendants)“
Öl auf Leinwand
je 98 x 116 cm
Signiert am Gemälde mit Wildschweinkopf links der Mitte, auf dem Kärtchen: Al Sig. Jacobus Vanden Kerckhoven / Pittor fiamengho / in Vinegia

Provenienz

Privatsammlung, Italien

Ausstellung

2011 Cagliari, Filatoio di Caraglio, Bestie. Animali reali e fantastici nell'arte europea dal Medioevo al primo Novecento, 26. Februar - 5. Juni, Nr. 77-78

Literatur

Alberto Cottino/Andreina D'Aliagno (Hg.), Bestie. Animali reali e fantastici nell'arte europea dal Medioevo al primo Novecento, Ausstellungskatalog, Cagliari 2011, Nr. 77-78

Schätzpreis: € 40.000 - 80.000
Limit: € 40.000 + Aufgeld + ggf. Folgerecht

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Die zwei exzellenten Stillleben stammen von der Hand des Antwerpener Meisters Jacob van de Kerckhoven, besser bekannt unter seinem italianisierten Namen Jacopo (oder Giacomo) da Castello, nach jenem venezianischen Stadtteil, in dem er lebte. Der Künstler war in Antwerpen Schüler des berühmten Stillleben- und Tiermalers Jan Fyt (1611 – 1661) und lebte ab 1685 in Venedig, wo er Hofmaler des Dogen wurde. Ein Beweis für seinen Erfolg in der Lagunenstadt sind auch zahlreiche Erwähnungen seiner Gemälde in den großen Sammlungen der damaligen Zeit (z.B. Savorgnan, Manfrin; vgl. Cottino/D'Aliagno (Hg.) 2011, Nr. 77). Die Zugehörigkeit der Gemälde zu diesem Künstler ist nicht nur durch ihre hervorragende Qualität und stilistischen Merkmale unbestritten, sondern wird auch durch ein auf dem Korb des Stilllebens mit Eberkopf angebrachtes Trompe-l’oeil-Kärtchen mit der Inschrift: „Al Sig. Jacobus Vanden Kerckhoven / Pittor fiamengho / in Vinegia“ bekräftigt. Dies kann auch auf eine damalige Praxis hinweisen, nach der dem Künstler das zu malende Wild und Gemüse, quasi als „Vorschuss“, physisch übergeben wurde.
Beide Kompositionen sind in einem zurückhaltenden Innenraum dargestellt. Im ersten Gemälde ist das Wild auf einer diagonalen Steinstufe ordentlich arrangiert, davor ragen ein liegender Fasan und ein Karfiol dem Betrachter optisch entgegen. Die zweite Darstellung zeichnet sich durch eine elegante, methodischere Komposition aus, mit dem Hasen als thematischem und optischen Mittelpunkt.