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Auktion: Alte Meister

08. November 2022, 15:00 Uhr

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Objekt

0002

Francesco Fontebasso

(Venedig 1709 - 1769 Venedig)

„Heilige Barbara (Entwurf für das Altarbild der Kirche des Heiligen Franziskus in Korfu)“
um 1739
Öl auf Leinwand
42 x 34 cm

Provenienz

Galerie St. Lucas, Wien, 1974/75;
Sammlung Erna Weidinger (1923–2021)

Ausstellung

Winter 1974/75, Wien, Galerie St. Lucas, Gemälde alter Meister, Nr. 26

Literatur

Marina Magrini, Francesco Fontebasso, Vicenza 1988, S. 224, Nr. 237, Abb. 30 und S. 135, unter Nr. 38

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
Limit: € 15.000 + Aufgeld + ggf. Folgerecht

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Mit einem Schwert in der einen und der Märtyrerpalme in der anderen Hand, steht die als vornehme Jungfrau dargestellte Heilige Barbara in einer brachen Landschaft. Hinter ihr ragt ihr markantestes Attribut, der Turm ihrer Gefangenschaft, in den von einer dramatischen Wolkengruppe überfangenen Himmel. Über der erhabenen, von bewegtem Stoff umspielten Märtyrerin schweben die für Fontebasso typischen und variantenreich dargestellten Putten im durch die Wolken brechenden, gleißenden Sonnenlicht.
Im Volksmund als eine der „heiligen drei Madln“, neben Katharina von Alexandrien und Margareta von Antiochia, bezeichnet, wird Barbara unter anderem als Schutzpatronin der Bergleute sowie der Artillerie angerufen, woraus sich das als Attribut dargestellte Kanonenrohr ableitet.
Francesco Fontebasso gilt als talentiertester Schüler Sebastiano Riccis (1659-1734). Die dekorative Kunstfertigkeit, die sowohl durch die Beherrschung der expressiven Verkürzungen als auch die Intensität und Lebendigkeit der Farben in seinen Werken hervorgehoben wird, brachte ihm bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts eine führende Rolle in der großen Zeit des Venezianischen Rokoko ein. Das vorliegende Gemälde ist laut Marina Magrini eine Vorstudie zu einem Altarbild in der Kirche des Heiligen Franziskus in Korfu, welches 1739 datiert wird (Magrini 1988, S. 135).