Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

30. Juni 2022, 17:00 Uhr

2219

Josef Mikl*

(Wien 1929 - 2008 Wien)

„Blaue Büste“
1966
Öl auf Leinwand; gerahmt
105 x 105 cm
Signiert und datiert rechts unten: Mikl 66
Rückseitige Klebeetikette: XXXIV Esposizione Biennale Internazionale D'Arte 1968

Provenienz

Privatbesitz, Wien

Ausstellung

1968, Esposizione Biennale Internazionale D'Arte, 34. Biennale, Venedig

Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
Limit: € 25.000

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Breite, blaue Pinselstriche, die sich in großzügigen Wellen über die Leinwand zu ziehen scheinen, dahinter eine gelbe Fläche, die einen Mittelpunkt erahnen lässt. Der Titel „Blaue Büste“ lädt dazu ein, assoziativ an einen Kopf zu denken. Man meint, etwas zu erkennen, was im nächsten Moment wieder zu verschwinden scheint. Das vorliegende Bild stammt aus einer der frühen künstlerischen Phasen des Josef Mikl, einem der wesentlichsten Vertreter des österreichischen Informel. Er vertritt den abstrakten Realismus mit der menschlichen Figur als zentralem Thema. Das Figurale ist jedoch meist bis zur Unkenntlichkeit aufgelöst. Mikl lässt mittels Linien und Schwüngen in starken Farben Bildwelten entstehen, deren Spannung durch das Aufeinanderprallen von Präzession und Spontaneität entsteht.

Josef Mikl, der 2008 in Wien verstorbene Maler und Grafiker gehörte schon als Student dem Internationalen Art-Club und dem Wiener Art-Club an, außerdem hat er 1956 gemeinsam mit Arnulf Rainer, Markus Prachensky und Wolfgang Hollegha die Künstlergruppe „Galerie nächst St. Stephan“ begründet. Mikl erlangte nicht nur durch seine expressive Malerei, sondern auch durch zahlreiche Kirchenfenster und großformatige Wandbilder, beispielsweise jene für den Großen Redoutensaal der Wiener Hofburg, internationales Ansehen.

(Clarissa Mayer-Heinisch)