Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

30. Juni 2022, 15:00 Uhr

2014

Alfred Kubin*

(Leitmeritz 1877 - 1959 Zwickledt)

„Indianer“
um 1909
Tuschfeder auf Katasterpapier
29,6 x 39 cm
Signiert rechts unten: Kubin

Provenienz

Privatbesitz, Wien

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
Limit: € 20.000

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Trotz eines zurückgezogenen Lebens in Oberösterreich zählte Alfred Kubin zu den am meisten ausgestellten Künstlern seiner Zeit. Als einziges österreichisches Mitglied der Künstlergruppe „Blauer Reiter“ kannte er viele wichtige Persönlichkeiten seiner Zeit, studierte Werke von Künstlern wie Goya oder Munch und entwickelte daraus seinen einzigartigen Stil.

Alfred Kubins zahlreiche Illustrationen und Zeichnungen sind geprägt von phantastischen, schauerlichen und symbolistisch aufgeladenen Traumvisionen. Seine narrativen Bildkompositionen spiegeln tiefe Ängste und Sehnsüchte wider, die Kubin mit Liniennetzen, Schraffuren und fließenden Übergängen zwischen den Formen ausführt.

Die Tuschezeichnung „Indianer“ gestaltet Kubin in einem erkennbar expressiven Stil. Durch ein dichtes Strichgewirr hindurch sind zwei Reiter mit Federschmuck auf ihren Pferden zu erkennen, die durch einen offenen Wald schreiten. Die Proportionen der Pferde sind irreal überlängt und scheinen sich der menschlichen Körpergestalt anzuschmiegen. Durch die wirre Strichführung und das Aufbäumen des Pferdes entsteht eine aufgeladene Grundstimmung, die durch zwei aufgeregt die Hände hebende Menschenfiguren am linken unteren Bildrand betont wird. Die Zeichnung zeugt von Kubins Interesse an phantastischen, traumhaften Bildsujets sowie dem für die 1910er Jahre charakteristischen ausdrucksvollen Stil.