Auktionshaus

Auktion: Jugendstil & Design

29. Juni 2022, 18:00 Uhr

1425

Franz von Zülow*

(Wien 1883 - 1963 Wien)

„4 Entwürfe für Wandtafeln“
Gmunden, 1937
Tusche und Aquarell auf Packpapier, gerahmt; 1 Zeichnung seitlich leicht eingerissen (im Passepartout unsichtbar)
62,2 x 44,7 cm; 61,8 x 42,7 cm; 63,4 x 44,7 cm; 63,8 x 44,5 cm

Literatur

Irmgard Gollner, Gmundner Keramik. Töpfertradition einst und jetzt, Linz 1989, S. 122, Abb. 180

Schätzpreis: € 4.000 - 8.000
Limit: € 4.000

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Unsere 4 detaillierten Entwürfe, die Franz von Zülow im Jahr 1937 für die Familie Schleiss ausführte, stellen die Geschichte der Gmundner Keramik in 4 Episoden dar.
Die erste Tafel zeigt die Anfänge der Hafnerfamilie Schleiss im 17. Jahrhundert. Hier geht Zülow besonders auf den Transport der Keramiken über Wasser und die typischen Dekore ein. Die zweite Tafel macht einen zeitlichen Sprung und geht auf die Entwicklung im 19. Jahrhundert ein. Franz Schleiss und Josef Triesberger sind im Portrait zu sehen. In der dritten Tafel beschreibt Zülow die sogenannte „Neue Zeit“, beginnend 1908 bis in die 1920er Jahre. Hier sind die zwei, diese Produktionsphase der Gmundner Keramik bestimmenden, Künstler Dagobert Peche und Michael Powolny namentlich und zusätzlich durch für sie typische dargestellte Keramiken hervorgehoben. Somit spielt er auf den Zusammenschluss der Wiener Keramik und Gmundner Keramik 1912 an. Im unteren Bereich portraitiert sich Zülow zudem mit seinen Schülern und Schülerinnen selbst – den Fokus, der zu dieser Zeit besonders auch auf die Ausbildung der kommenden Generation von Keramikern und Keramikerinnen gelegt wurde und seine eigene Rolle darin betonend. Die letzte Tafel zeigt die in den 30er Jahren technischen Neuerung der elektrischen Muffel sowie die malenden Trude und Marianne Schleiss.
Die 4 Entwürfe wurden als Keramikplatten ausgeführt und in dem Geschäft der Schleiss Keramik in der Theatergasse in Gmunden ausgestellt.