Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

28. Juni 2022, 15:00 Uhr

0044

Jean-Baptiste Vanmour und Werkstatt zugeschrieben

(Valenciennes 1671 - 1737 Istanbul/Konstantinopel)

„Osmanische Hochzeitsprozession“
Öl auf Leinwand
41,5 x 61 cm

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
Limit: € 15.000

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Nur wenige Maler haben ein so umfassendes Bild vom Leben im Osmanischen Reich hinterlassen wie Jean Baptiste Vanmour. Der 1679 in Valenciennes geborene Künstler kam im Alter von 18 Jahren im Gefolge des französischen Botschafters, Marquis de Ferriol, nach Konstantinopel und trug mit seinen Schilderungen des dortigen Alltags maßgeblich zum kulturellen Austausch mit Europa bei.
Besonderes Augenmerk legte Vanmour auf die Darstellung von Festen, Prozessionen und kulturellen Bräuchen, in denen er detailliert die fremdländische Kleidung, Sitten und Gegenstände wiedergab. Das vorliegende Gemälde zeigt eine Hochzeitsprozession mit Gefolge, der der Imam und mehrere Musiker voranschreiten. Unter einem getragenen Baldachin reitet die Braut begleitet von einer Gruppe von Personen, für gewöhnlich Eltern, Verwandte, Nachbarn und Freunde der Verlobten. Eine solche Prozession entlang des Bosporus ist auch auf einem im Rijksmuseum Amsterdam befindlichen Gemälde Vanmours dargestellt. (Inv.-Nr. SK-A-2000) (Vgl. Olga Nefedova, A Journey into the World of the Ottomans. The Art of Jean-Baptiste Vanmour (1671-1737), Mailand 2009, S. 116-118, Abb. 100)
Unter dem Titel „Recueil de cent estampes représentant differentes nations du Levant“ erschien 1712 eine Sammlung von Stichen nach den Gemälden Vanmours, welche die Turquerienmode und den Geschmack der Zeit nachhaltig beeinflusste. Die vorliegende Komposition findet sich auf Blatt 100 der Sammlung, ist jedoch aus einem weiter entfernten Blickwinkel dargestellt und zeigt auch in Anzahl und Darstellung der Figuren sowie in der Gestaltung des Hintergrunds einige Unterschiede zur vorliegenden Ausführung.