Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

28. Juni 2022, 15:00 Uhr

0094

Jan Griffier

(Amsterdam um 1645 - 1718 London)

„Flusslandschaft mit belebter Anlegestelle“
Öl auf Leinwand
33,5 x 39 cm
Signiert unten mittig: J. GRIFFIER F

Provenienz

Dorotheum, Wien, 8. Juni 1995, Lot 210;
Privatbesitz, Österreich

Schätzpreis: € 10.000 - 20.000
Ergebnis: € 7.000
Auktion ist beendet.

Nachdem Jan Griffier in seiner Heimatstadt Amsterdam bei Roelant Roghman und Jan Looten gelernt hatte, übersiedelte er wie viele andere niederländische Landschaftsmaler nach London, wo er nach mehreren Stationen in den Niederlanden schließlich seine finalen Lebensjahre verbrachte. Vermutlich begab sich Griffier 1672 oder gar einige Jahre früher nach dem „Großen Brand“ im Jahr 1666 erstmalig nach London. Dabei fielen große Stadtteile Londons dem verheerenden Feuer zum Opfer und Künstler sowie Architekten aus aller Herren Länder folgten dem Ruf zum Wiederaufbau. Wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung der Stadt waren die Folge. Griffiers Flusslandschaften mit malerischen Burgen und Dörfern und miniaturhaften Figuren fanden in London viele Jahre lang ein dankbares Publikum. So genoss der erfolgreiche Maler und Radierer unter anderem auch die Gönnerschaft des Henry Somerset, Herzog von Beaufort.
Das Interesse an derlei Darstellungen von pittoresken Ruinen und idyllischen Wasserwegen war bereits früh durch die topographischen Ansichten des Rhein- und Moselgebiets Herman Saftlevens (1609-1685) begründet. Seine Landschaften sollten sowohl Jan Griffier als auch seine Nachkommen Robert Griffier und Jan Griffier d. J. entscheidend beeinflussen.