Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. April 2022, 15:00 Uhr

Objektübersicht
Objekt

0303

Franz Grabmayr*

(Pfaffenberg b. Obervellach/Kärnten 1927 - 2015 Wien)

„Sandgrube“
1983-1993
Öl auf Leinwand; gerahmt
105 x 192 cm
Rückseitiger Vermerk von fremder Hand: Aus dem Nachlass von Franz Grabmayr 14. Juni 2016 Entstehungszeitraum: 1983 bis 1993

Provenienz

2016 direkt bei der Familie des Künstlers erstanden;
seither Privatbesitz, Österreich

Literatur

Galerie Artemons Contemporary (Hg.), Franz Grabmayr. Ausstellungskatalog, Hellmonsödt bei Linz 2016, Abb. S. 39.

Schätzpreis: € 30.000 - 60.000
Ergebnis: € 35.000
Auktion ist beendet.

1966 bezieht Franz Grabmayr sein erstes Atelier im Waldviertel, im Schloss Rosenau. Die Landschaft dort nimmt ihn gleich gefangen, die Natur wird zu seinem zentralen Thema. In diesen frühen Jahren entstehen auch die ersten „Sandgruben-Bilder“. Der Künstler sieht eine Landschaftszeichnung von Rembrandt, die ihn an eine Sandgrube in der Nähe des Schlosses erinnert und ab da ist er immer wieder dort, malt die Erde in all ihren Ocker- und Braunvariationen. Kaum ein Motiv fasziniert ihn derart, dass er es sogar noch bis hinein in die 1990er Jahre immer wieder aufgreift. In den späteren Bildern erweitert er die Palette der Erdtöne immer mehr um kräftige Farben, wie Blau, Gelb und Rot. Er führt diesen Schritt in die Buntheit auch auf die Auseinandersetzung mit der Malerei der französischen Fauves zurück, deren Farbexpressionismus einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Im vorliegenden großen, späten Sandgruben-Bild kommt der „Alchimist“ Grabmayr zum Vorschein, der mit „selbstgemischten Farbmassen, die Energie, die Landschaften, Körpern und Steinformationen innewohnt, sichtbar und spürbar, ja fast körperlich fühlbar macht“ (https://www.franzgrabmayr.at/kunst05.html, aufgerufen am 25.2.2022). Dabei ist das Licht untrennbar mit der Farbe verbunden. Seine Malerei leuchtet von innen heraus, ist vibrierende Energie, ist Leben.

(Sophie Cieslar)