Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. April 2022, 15:00 Uhr

0323

Niki de Saint Phalle*

(Neuilly-sur-Seine 1930 - 2002 San Diego)

„Nana assise sur un serpent“
c. 1984
Polyester, bemalt
H. 13 cm, L. 17 cm, T. 12 cm
Rückseitige Widmung, datiert und nummeriert: With love from Niki, 1984, E. A.
Auflage: 7 Stück

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Die Arbeit ist der Niki Charitable Art Foundation, California, bekannt.

Schätzpreis: € 18.000 - 36.000
Limit: € 27.000

Gebot abgeben

In den 1960er Jahren zählt Niki de Saint Phalle zur Bewegung des Nouveau Réalisme, der auch Christo, Yves Klein und Jean Tinguely angehören. Zu den charakteristischsten Werken zählen ihre “Shooting Paintings” (für die sie auf mit Farbe gefüllte Ballons und Dosen auf einem Gipsrelief schoss) sowie ihre extravaganten, bunt bemalten Frauenskulpturen mit ausladenden weiblichen Formen, die „Nanas“. Mit dem Ausspruch „Alle Macht den Nanas!“ griff Niki de Saint Phalle Mitte der 1960er Jahre den Ideen der Frauenbewegung vor. Die lebenslustigen, sinnlichen Plastiken stehen für die befreite, selbstbestimmte Frau, für Lebensfreude, geballte Weiblichkeit und freie Gestaltung ohne Konventionen. Hemmungslos tanzen, rennen, springen oder stehen ihre Nanas auf dem Kopf und demonstrieren eine positive Vision von Weiblichkeit und Sexualität. Zu ihnen gesellen sich häufig Monster, Fabelwesen, Herzen, Totenköpfe oder Schlangen; letztere finden sich immer wieder in ihrem Werk. Besonders in matriarchalen Kulturen zählte die Schlange zu den meistverehrten Tieren, mit denen Wiedergeburt, Weisheit und Fruchtbarkeit assoziiert werden.

Niki de Saint Phalle starb im Mai 2002 im Alter von 71 Jahren in San Diego, Kalifornien. Ihre Werke sind in den wichtigsten Museen sowie weltweit im öffentlichen Raum vertreten. 2021 zeigte das MoMA PS1 eine große Retrospektiove der Künstlerin in New York.

(Ina Waldstein)