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Auktion: Zeitgenössische Kunst

17. Dezember 2021, 14:00 Uhr

Objektübersicht
Objekt

3014

Martha Jungwirth*

(Wien 1940)

„o.T. (Portrait)“
1992
Öl auf Leinwand; gerahmt
70 x 100 cm

Provenienz

Privatbesitz, Wien

€ 120.000

Eine große österreichische Malerin hat vergangenes Jahr ihren 80sten Geburtstag gefeiert und wird sowohl national, als auch international wahrgenommen. Ihr Œuvre ist trotz der Vielschichtigkeit unverwechselbar. Linien, die sich zu Farbknäueln verdichten, Flecken, Punkte oder auch gewischte Flächen, pastoser Farbauftrag, aber auch durchscheinende, zartfarbige Felder fügen sich in ihren Bildern zur abstrakten Wiedergabe persönlicher Eindrücke, Erlebnisse und Gedanken.

Bereits als 16-Jährige beginnt die in Wien geborene Martha Jungwirth das Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und bereits 1968 war sie Teil einer, vom legendären Kunsthistoriker Otto Breicha kuratierten Schau in der Secession. Unter dem Titel „Wirklichkeiten“ wurden ihre Arbeiten gemeinsam mit jenen von Peter Pongratz, Kurt Kocherscheidt, Franz Ringel und einigen anderen damals gezeigt. Sie alle versuchten eine neue Malerei zu etablieren, was dazu führte, dass sie als Künstlergruppe wahrgenommen wurden.

Martha Jungwirth malte zu dieser Zeit hauptsächlich abstrakte Aquarelle in den Farben Grün, Gelb und Blau, später dann verlegte sie sich in der Serie „Aus meiner schwarzen Küche“ auf zeichnerische Arbeiten, die gegenständliche Quellen nur mehr vage erahnen lassen. In den späten 1970er Jahren wurde Jungwirths Malerei wilder und ihre Farbpalette kräftiger. Neben Alltagsgegenständen finden bis heute reale Vorlagen wie Stadt- oder Landschaftsdarstellungen und Reiseeindrücke Eingang in ihre energiegeladenen Bilder, die einerseits von starken Markierungen auf der Leinwand, dem Karton oder dem Papier charakterisiert sind, andererseits durch Überlagerung, Verwischung oder Schichtung in ihrem Ausdruck zwischen Zeigen und Verbergen oszillieren.

(Clarissa Mayer-Heinisch)