Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

07. Juli 2021, 16:00 Uhr

1370

Oswald Achenbach

(Düsseldorf 1827 - 1905 Düsseldorf)

„Abendstimmung in den Albaner Bergen“
Öl auf Leinwand
100 x 150 cm
Signiert links unten: Osw. Achenbach

Provenienz

deutsche Privatsammlung

€ 32.000

Oswald Achenbach zählte gemeinsam mit seinem Bruder Andreas zu den bedeutendsten Landschaftsmalern seiner Zeit. Bereits mit acht Jahren wurde er in die Elementarklasse der Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen. Jahre später, zwischen 1863 und 1872, sollte er dort als Professor die Düsseldorfer Malerschule maßgeblich beeinflussen.

Davor lagen aber seine Studentenjahre, in denen er zahlreiche Reisen unternahm. Eine der ersten großen Studienreisen führte ihn 1845 nach Oberitalien. Ab diesem Zeitpunkt nahm die italienische Landschaft einen besonderen Stellenwert in seinen Arbeiten ein. Im Sommer 1850 folgte die nächste „Bildungsreise“, die ihn bis nach Rom führen sollte. Die italienische Hauptstadt und deren Umgebung erkundete Achenbach gemeinsam mit einigen Studienkollegen. Der junge Künstler nutzt die Zeit im Süden vor allem für intensives Naturstudium. Die vor Ort entstandenen Skizzen, Aquarelle und Ölstudien dienten ihm später im Düsseldorfer Atelier als Gedächtnisstützen zu seinen großen Landschaftsgemälden.

1857 weilte Achenbach zum dritten Mal für längere Zeit in Italien, weitere Aufenthalte folgten in den kommenden Jahren. Hier fand er seine Inspiration, und die mediterrane Pflanzenwelt sowie das helle Sonnenlicht, erweiterten sein Repertoire wesentlich und bildeten den Auftakt zu seinem großen Erfolg als Landschaftsmaler. Nicht nur in Deutschland fand er Bewunderer für seine Kunst, sondern sein Ruhm reichte weit über Europa hinaus bis nach Amerika.

Die Naturkulisse der Albaner Berge, südöstlich von Rom gelegen, inspirierte Achenbach bei vorliegendem Gemälde. Diese Region diente bereits den alten Römern im Sommer als Rückzugsgebiet aus der Hitze der ewigen Stadt. In späteren Jahren ließen sich hier wohlhabende Städter ihre Villen bauen, um die Sommerfrische in der Campagna zu verbringen.

Achenbach zeigt von einer steilen Anhöhe aus den Blick auf eine weite Tiefebene. Im sanften Abendlicht lagern einige Figuren am Wegesrand, andere spazieren oder blicken von einer Terrasse in die Ferne, wo das Land am Horizont mit dem Blau des Himmels verschmilzt. Die Arbeit besticht vor allem durch die besonderen Lichtverhältnisse und das effektvolle Kolorit. Achenbach verstand es Atmosphäre und Weite virtuos miteinander zu verbinden und schuf hier ein ausdrucksstarkes Werk zwischen Romantik und Realismus. (MS)