Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

07. Juli 2021, 16:00 Uhr

1256

Friedrich Gauermann

(Miesenbach 1807 - 1862 Wien)

„Eberfamilie“
1856
Öl auf Leinwand
97 x 84 cm
Bezeichnet und datiert von fremder Hand rechts unten: Gauermann / 1856
Rückseitig handschriftlicher Vermerk: "Vervielfältigungsrecht in jeder Art vorbehalten. F. Paterno. Wien 4' Octob. 856 F. P."

Provenienz

1856 Friedrich Paterno, Wien;
Dorotheum Wien, 7.12.1988, Nr. 402, Taf. 50;
seither österreichische Privatsammlung

Literatur

Vgl. Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann. 1807-1862, Rosenheim 1987, S. 304, Abb. 318a

Expertise von Dr. Rupert Feuchtmüller, Wien, 26.11.1988, liegt bei, (falsche Angabe zur Technik: Öl auf Holz).

€ 72.000

Friedrich Gauermann wurde 1807 auf dem elterlichen Gut in Scheuchenstein geboren. Sein Vater, Jakob Gauermann, war Maler. Er stammte aus Württemberg und wurde durch eine Erbschaft ins südliche Niederösterreich verschlagen. Wie sein drei Jahre älterer, früh verstorbener Bruder Carl sollte auch Friedrich Maler werden – und wie bei diesem war der erste Lehrer der Vater.

1825 ging der junge Gauermann nach Wien an die Akademie. Dass seine Ausbildung schon sehr weit fortgeschritten war, dafür spricht, dass er bereits 1827 sein Austrittsattest erhielt. Gemeinsam mit den Landschaftsmalern Josef Feid, Anton Hansch, Josef Höger und Johann Fischbach wurden Reisen durch Norditalien, Südtirol und ins Salzkammergut unternommen, wo Skizzen und Studien für spätere Ölgemälde angefertigt wurden. Der junge Künstler erkannte den eigenen Stellenwert sehr schnell, und er stellte sein Licht nicht unter den Scheffel. Die Landschaft, die ländliche Idylle, vor allem aber die Tierdarstellung, in der er eine wahre Meisterschaft erreichte, waren seine Themen.

Auch in unserem Gemälde sind Tiere die Protagonisten. Eine Wildschweinfamilie, bestehend aus Eber, Bache und drei Frischlingen, lagert unter einem Baum am Ufer eines Gewässers. Aus dem Schilf im Hintergrund lugt der Kopf eines Wolfes hervor. Der Eber hat bereits die Witterung aufgenommen, und steht bereit, seine Familie zu verteidigen. Dieses Sujet hat sich großer Beliebtheit erfreut, sogar im Besitz des Kaisers befand sich eine Fassung der Eberfamilie. Eine Lithografie, die im Verlag von Paterno erschienen ist, sorgte für eine weite Verbreitung und trug zusätzlich zur Popularität des Motivs bei. Die Beschriftung auf der Rückseite gibt auch den Hinweis dazu, dass unser Bild die Vorlage für diese Drucke bildete. (MS)