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Frans Hals

(1580, Antwerpen - 1666, Haarlem) » Zur Biografie

Frans Hals

Frans Hals wurde zwischen 1581 und 1585 als Sohn eines Tuchhändlers in Antwerpen geboren. Vor der Rückeroberung der Stadt durch spanische Truppen verließ die Familie ihre Heimat und zog nach Haarlem, wo Frans Hals, bis auf eine Reise nach Antwerpen, vermutlich sein gesamtes Leben verbracht hatte. Zwischen 1600 und 1603 ist Karel van Mander als sein Lehrmeister überliefert. 1610 trat er, wie damals üblich, der Haarlemer St. Lukasgilde bei. Über das Leben von Frans Hals ist, außer dass er in Haarlem lebte und arbeitete, nicht viel überliefert. Nach Seymour Slive, der den Werkkatalog „The annals oft he poor are brief“ 1974 schrieb, werden Hals 222 Gemälde zugeordnet, zu diesen kommen weitere 100 Werke die zum Teil sehr kritisch oder als gar verschollen betrachtet werden. Als herausragender Maler müsste er eigentlich in angenehmen Wohlstand gelebt haben, allerdings kam er immer wieder, wie im Übrigen auch Rembrandt, in Zahlungsverzug. Vor allem in seinen letzten Lebensjahren war die finanzielle Situation äußerst schwierig.

Interessanterweise ist heute kein Bild von Frans Hals bekannt, welches vor seinem 30. Lebensjahr entstanden ist. Sein frühestes bekanntes Werk ist ein Porträt von Jacobus Zaffus, welches mit 1611 datiert ist. Vor allem die Aufträge der Schützengilden für Gruppenbildnisse, die Hals bis 1637 erhielt, trugen viel zu seinem Ruhm bei. Auch wenn einige Genrebilder erhalten sind, galt Hals vor allem nach dem Tod Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck als der bedeutendste Porträtmaler der Niederlande. In den 40er Jahren veränderte sich sein Malstil. Seine Farbwahl legte nun den Akzent auf verschiedene Schattierungen in schwarz und silbergrau und sein Pinselduktus wurde freier. Hals entwickelte eine Maltechnik, die moderne Entwicklungen im 19. Jahrhundert vorwegnahm. Die Zeit von 1630 bis 1650 war die produktivste von Frans Hals, es entstanden mehr als 100 Einzelporträts. Im Jahre 1666 starb Frans Hals verarmt in Haarlem und wurde in St. Bavo beigesetzt.

Da keinerlei Zeichnungen oder Vorstudien von Frans Hals erhalten sind, geht man davon aus, dass er direkt auf die Leinwand gemalt hat. Bemerkenswert ist sein rascher Pinselstrich, der in seiner Zeit einzigartig war. Der ideale Betrachterstandpunkt liegt in angemessener Entfernung, da die Malerei aus der Nähe aus überlappenden Farbflächen besteht, welche die Form aufzulösen scheint. Hals wusste allerdings sehr wohl seine Malweise dem Dargestellten anzupassen. Während die Pinselstriche in den Porträts der wohlhabenden Gesellschaft sehr beherrscht anmuten, schöpfte Frans Hals bei seinen Genrebildern von Kindern, Trinkern oder Zigeunern die gesamte Freiheit in der Malweise aus. Seine Porträts haben bis heute ihre Faszination nicht eingebüßt. Die Dargestellten nehmen eine aktive Rolle ein und kommunizieren mit dem Betrachter: der geöffnete Mund lässt sie ihre Geschichte erzählen. Das Anliegen von Frans Hals war niemals lediglich Personen zu malen, sondern Persönlichkeiten. Bedeutende Künstler wie Adriaen Brouwer, Philips Wouwerman und Adriaen von Ostade zählen zu seinen Schüler.Antwerpen 1580-1666 Haarlem