Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

26. November 2013, 17:00 Uhr

0502

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Dame mit Hut und Perlenkette“
um 1920-25
Mischtechnik auf Papier
24 × 33 cm
Rückseitig Nachlass-Stempel mit Bestätigung von Guta E. Berger, geb. Walde

Provenienz

aus dem Nachlass des Künstlers; Privatbesitz, Österreich

Das Bild wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen.

€ 35.000

Der Themenbereich der weiblichen Aktdarstellungen nimmt im Oeuvre von Alfons Walde einen wichtigen Stellenwert ein und bereichert sein Schaffen um eine sehr spezielle Note. Als Walde 1921 erstmals sinnlich-erotische Sujets an die Öffentlichkeit brachte, erregte er damit Anstoß und stieß auf Ablehnung. Zu Lebzeiten waren diese Bilder nicht oft zu sehen und nur selten fanden sie den Weg zum Sammler. Sie entstanden als Studien, abseits von Waldes populärer, "offizieller" Malerei. Gerade wegen ihres intimen Charakters gehören diese erotischen Darstellungen des Frauenkörpers zu den reizvollsten Schöpfungen seiner Malerei. Unabhängig von Verkaufszwängen und den Vorlieben seiner Sammler fand Walde hier zu einer sehr offenen und malerisch freien Bildsprache.
Aus unterschiedlichen Blickwinkeln setzt der Maler den Reiz des nackten, oder spärlich bekleideten weiblichen Körpers in Szene. Er zeigt die Frauen in eleganter, teils frivoler Pose, mit extrem langen, manieristisch überzeichneten Körperteilen. Oft erscheinen sie mit modisch-koketten Accessoires, so wie die hier präsentierte Dame, die eine elegante schwarze Kopfbedeckung trägt und ihren nackten Oberkörper hinter einem flauschigen schwarzen Stoff verbirgt. Das helle Inkarnat der abweisend zur Seite blickenden Dargestellten hebt sich wirkungsvoll vor dem dunklen neutralen Hintergrund ab und kontrastiert auch mit den schwarzen Accessoires. Walde steigert das verführerische Flair der erotischen Szene noch durch das raffinierte Spiel von Enthüllen und Verbergen. (CMG)