Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

08. Oktober 2013, 17:00 Uhr

0082

Franz Grabmayr*

(Pfaffenberg b. Obervellach/Kärnten 1927 - 2015 Wien)

„Landschaft“
1974
Öl auf Leinwand
82 × 96 cm
Rückseitig signiert und datiert: Grabmayr, 1974

Literatur

Karl Kerber Verlag (Hg.) Franz Grabmayr. Im Schatten der Natur, o.D., S. 5

€ 22.000

"G'malt - g'spachtelt -hing'haut, so entstehen Grabmayrs Bilder in einem urtümlich anmutenden Schaffensprozess, eins mit der Umgebung, der Natur. Das Naturerlebnis ist für seine Arbeit entscheidend. Das Erlebnis ist für ihn auch ein Miterleben in einem Arbeitsvorgang, der von der Natur, von den Elementen bestimmt ist. Grabmayrs Werke machen den Eindruck, als seien sie die Arbeit eines Getriebenen… Es entstanden die Sandgrubenbilder, ein Thema, vielfach variierend, formal und farbig auf die wechselnden Zustände (Wetter, Jahres- und Tageszeit) der Sand- und Gesteinswände eingehend."
(Gerbert Frodl in: Grabmayr, Kerbler Verlag, Bielefeld, S. 5)

Grabmayrs Bilder zeichnen sich durch eine besonders bewegte, überaus pastose Maltechnik aus. Es entstehen Landschaftsreliefs aus Farbe. Seine Gemälde wirken impulsiv, dynamisch, temperamentvoll und spontan. Diese Spontanität erzielt er in seinen Werken, indem er dicke Farbschichten direkt mit der Spachtel aufträgt. Grabmayrs Landschaften wirken zwar abstrakt, ihnen liegt aber immer Gegenständliches zugrunde, bestimmte Motive oder Erlebnisse. Eine wesentliche Rolle in Grabmayr Arbeiten spielt neben der Form auch die Farbe selbst, das Farberlebnis in der Natur. Durch seine "wilden Bilder", die immer vor der Natur gemalt wurden, gilt er auch als Vorbild der "Jungen Wilden", die in den 80er Jahren die Gegenständlichkeit wieder entdeckten. (MS)