Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

18. Juni 2013, 17:00 Uhr

0146

Markus Pernhart

(Untermieger in Kärnten 1824 - 1871 Klagenfurt)

„Gebirgspanorama m. Erzberg“
Öl auf Leinwand
53 × 105 cm

Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
Ergebnis: € 35.000
Auktion ist beendet.

Markus Pernhart
(Untermieger in Kärnten 1824-1871 Klagenfurt)

Gebirgspanorama mit Erzberg
Öl auf Leinwand; 53 x 105 cm
um 1861/62
Expertise von Univ.-Prof. Dr. Arnulf Rohsmann, (2. Mai 2013), liegt bei.
Provenienz: Österreichischer Adelsbesitz; Privatbesitz, Österreich

Markus Pernhart wurde 1824 als Sohn eines Tischlers in Untermieger geboren. Von Beginn seiner Karriere an wurde er von Eduard von Moro, einem Textilfabrikanten, der selbst malte, gefördert. Der Landschaftsmaler Franz Steinfeld war regelmäßig bei den Moros in Viktring zu Gast, sein Einfluss auf den jungen Pernhart ist nicht zu übersehen.
Bei Studienaufenthalten in München lernte Markus Pernhart die Niederländer des 16. und 17. Jahrhunderts kennen. Dennoch erfüllten seine Bilder nicht nur die Funktion als Idylle, sondern, am Beginn des Zeitalters des Reisens, bereits auch touristische Aufgaben.
Markus Pernhard bediente sich des Wechsels zwischen Nahsicht und relativer Fernsicht. Die detailgenaue Malweise, das Tiefenlicht, das völlige Fehlen von Veränderung – all das zwingt den Betrachter zum langsamen Schauen.
Bei der Darstellung von Bergen, Gebirgsketten und Panoramen stehen die Präzisierung formaler Charakteristika und die topografische Exaktheit im Vordergrund. Pernharts Oeuvre ist somit eingespannt zwischen Ideal und Heroisierung, sowie Pathos und Versachlichung.
In vorliegendem Gemälde zeigt Pernhart ein Panorama, in dem der steirische Erzberg prominent im Vordergrund dargestellt ist. Aufenthalte des Künstlers in der Obersteiermark sind für die Jahre 1861/62 dokumentiert, somit ist eine Datierung in diese Zeit möglich. Historisch interessant ist auch, dass damals am Erzberg noch unter Tage abgebaut wurde, und Pernhart hier einen mit Wald und Wiesen bewachsenen Berg zeigt, der erst ab dem späten 19. Jahrhundert sein Erscheinungsbild zum kahlen, pyramidenförmigen Bergbau-Wahrzeichen der Steiermarkt wandelte. (MS)