Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

23. April 2013, 18:00 Uhr

0013

Ferdinand Georg Waldmüller

(Wien 1793 - 1865 Helmstreitmühle bei Mödling)

„Sonntagsruhe“
1859
Öl auf Holz
57,3 × 44,3 cm

€ 130.000

Ferdinand Georg Waldmüller
(Wien 1793 - 1865 Helmstreitmühle bei Mödling)

Sonntagsruhe
Öl auf Holz; 57,3 x 44,3 cm
Signiert und datiert mittig links: Waldmüller 1859
Provenienz:
Löscher's Salon, Wien, Versteigerung von 87 Gemälden von F.G. Waldmüller, 11.-13. Mai 1863, Nr. 1;
Galerie L. T. Neumann;
In den 1960er Jahren im Kunsthandel Wien erworben, seither durch Erbnachfolge in Familienbesitz.

Literatur:
Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S. 359, Nr. 903 (Abb.);
Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Wien-München 1996, S. 519, WV-Nr. 984 (Abb.)

Ausstellungen:
1863 Wien, Löscher, Nr. 1;
1937 Salzburg, Galerie Welz, Nr. 41
1965 Hinterbrühl, Nr. 18 (Abb. 29)

Waldmüller gilt wohl als der unbestrittene Meister der österreichischen Malerei des Biedermeiers. Vor allem Szenen des Alltags hat er wie kein zweiter lebendig und unmittelbar erfaßt. Mit größter Genauigkeit studierte er die Natur, die Gesichter der Menschen, ihre Mimik und ihre Gesten. Seine Erfahrungen mit der Theaterwelt über seine erste Frau, Katharina Weidner, mögen wohl sein Auge geschult haben, eine Szene wirkungsvoll zu gestalten, Akteure richtig im Raum zu verteilen, Licht gezielt einzusetzen. Waldmüller wußte darüberhinaus über den Reiz des Nicht-Gezeigten, des Versteckten, er lässt manches nur angedeutet, da es den Betrachter zum eigenen Nachdenken auffordert, seine eigene Phantasie anregt.

Das Gemälde „Sonntagsruhe“ ist im Jahr 1859 entstanden. „Schauplatz ist eine kleinere, eher ärmliche Stube. Zwischen dem vergitterten Fenster und dem Wandkasten hängt ein Kreuz. Ein Lichtstreifen fällt über die Mauer und beleuchtet das Kind am Schoß der Mutter. Das Kind ist nicht auf schön gemalt, sondern so, wie Kleinkinder oft sind ….; es scheint den Maler anzusehen. Die Mutter hat sich dem Kind liebevoll zugewendet. Am Tisch steht das Milchfläschchen, daneben ein Gebetbuch und ein bunter Strauß mit Gartenblumen im Glas. Ein Bild der Geborgenheit.“ (Feuchtmüller, 1996, S. 269)