Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

19. März 2013

0109

Elke Silvia Krystufek*

(Wien 1970)

„Come Make Me Happy“
2000
Öl auf Leinwand
70 × 50 cm

€ 10.000

Elke Silvia Krystufek *
(Wien 1970 geb.)

Come Make Me Happy
Öl auf Leinwand
70 x 50 cm
2000
Rückseitig signiert, datiert und bezeichnet: Elke Krystufek, Come Make Me Happy! 12-27-2000

Elke Krystufek studierte von 1988 bis 1992 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer. Schon Krystufeks erster öffentlicher Auftritt, die Performance Aktion, 1990 am Institut für Gegenwartskunst, schockierte enorm. Nachdem die Künstlerin den Raum und ihren nackten Körper bemalt hatte, fügte sie sich mit einem Messer Schnitte zu. Exemplarisch führte sie mit dieser Aktion jene Themen ein, mit denen sie sich auch in den folgenden Jahren in ihren Videos, Zeichnungen, Collagen, Gemälden, Installationen und Performances auseinandersetzen würde: Exhibitionismus und Voyeurismus, das Arbeiten mit dem eigenen Körper und Repräsentationen des Selbst in unterschiedlichen Spielarten des Genres Selbstportrait.

Das Jahr 1992 markierte ihren Eintritt in den Wiener Kunstbetrieb, als sie eine Installation vom Atelier Franz Grafs in die Galerie Metropol verlegte und so ihren privaten Lebens- und Arbeitszusammenhang öffentlich machte. Im Anschluss entstanden zahlreiche Videoarbeiten mit selbst geführter Kamera, die sich geschlossen in der Sammlung der Generali Foundation befinden, so "Vomitting/Eating" (1992) zum Thema Bulimie. In einer postmodernen Variation des Siebzigerjahre-Slogans „Das Private ist politisch“ gerät ihr alles zum Material ihrer Arbeit – Fotos und Filme ihrer Kindheit, ihre (Liebes-)Beziehungen und das Interesse für das Leben und Werk anderer KünstlerInnen. Die Montage ist das ureigenste Metier der Künstlerin – so las sie z. B. in den 21 Fotomontagen der Serie "Elke Krystufek liest Otto Weininger" (1993) Zitate aus dem Buch „Geschlecht und Charakter“ mit Versatzstücken aus Zeitschriften und eigenen Werken gegen. Hart konfrontierte sie 1994 die BetrachterInnen ihrer Masturbationsperformance in der Wiener Kunsthalle mit den voyeuristischen Anteilen der eigenen Sexualität. Ihre Einzelausstellung "I am your mirror" in der Wiener Secession inszenierte sie 1997 streng seriell mit 50 Blöcken von Fotos aus ihrem privaten Fundus. In den letzten Jahren arbeitet sie verstärkt im installativen Bereich, in Kombinationen aus Bildern, Fotos und Textilien, die als Behausungen für als Alter Ego fungierende Kleiderpuppen dienen.
2005/06 erhielt sie die Professur für konzeptuelle Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
2009 repräsentierte sie Österreich im Österreichischen Pavillon bei der 53. Biennale in Venedig zusammen mit Dorit Margreiter und Franziska und Lois Weinberger.