Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

19. März 2013

0018

Erwin Bohatsch*

(Mürzzuschlag 1951)

„Weiblicher Akt“
1984
Öl auf Leinwand
150 × 125 cm

€ 10.000

Erwin Bohatsch *
(Mürzzuschlag 1951 geb.)

Weiblicher Akt, 1984
Öl auf Leinwand; 150 x 125 cm
Signiert rechts unten: Bohatsch
Rückseitig signiert, bezeichnet und datiert: Bohatsch, weibl. Akt, 84

Erwin Bohatsch gehört mit Hubert Scheibl und Herbert Brandl zu jener international bedeutsamen Generation von Künstlern, die ein neues Paradigma der abstrakten Malerei etablieren konnten.

Der 1951 in Mürzzuschlag geborene Künstler besuchte zwischen 1966 und 1970 die Kunstgewerbeschule in Graz bei Otto Brunner, von 1971bis 1976 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Walter Eckert. Sein frühes Werk ist durch kleinteilige und mit symbolartigen Formen reich gefüllte „grafische“ Bilder bestimmt. Ab 1981 folgte eine, durch die italienische Post-Moderne angeregte, Periode purer Malerei mit phantastisch zeichenhaften Figurationen und vereinfachtem Bildaufbau.

1983 erhielt Bohatsch, der damit als einer der maßgeblichen Künstler der Neuen Wilden Malerei in Österreich geehrt wurde, die in den 1980ern als Gegenbewegung zur Konzeptkunst das ästhetische Phänomen Malerei einer Neuerung zuführten, den Otto-Mauer-Preis. 1984/85 wurde ihm ein Stipendium für einen Berlin-Aufenthalt verliehen.

Gegen Ende der 1980er Jahre gelangte der Künstler durch eine von Keramik-Krakelüren abgeleitete Netzstruktur in meist erdigen Farbtönen zu einer organisch-abstrahierenden Bildsprache. Die 1990er Jahre waren geprägt von einer abstrakten Reduktion, dem Color Field Painting. Mit seiner Technik, in fast monochrom wirkenden Gemälden Farbbahnen aufzutragen, Bildschichten teilweise zu versiegeln und sie dann mit Schleiern und Schlieren zu übermalen, konzentrierte er das Augenmerk auf Licht und Farbe, die bestimmenden Aspekte der Malerei.

Bohatsch blieb nicht, wie üblich in Österreich, in der Auseinandersetzung mit der Abstraktion in der Naturabstraktion gefesselt, sondern trieb sie in eine zeitgenössische diskursiv-reflexive Gegenstandslosigkeit voran. Allein dadurch nimmt er in Österreich eine herausragende Position ein.

Die Liste seiner internationalen Ausstellungen ist schier endlos: Bereits 1982 waren seine Bilder im Berliner Martin-Gropius-Bau gezeigt worden, 1984 stellte er im Museum of Modern Art in New York aus, 1998 im Museu Nacional de Bellas Artes in Buenos Aires. 2005 präsentierten die vier größten Museen Chinas seine Arbeiten im Rahmen der Schau „Neue abstrakte Malerei aus Österreich“. Als „China retour“ war die Ausstellung bis Mitte Februar 2006 auch im MUMOK in Wien zu sehen.