Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

13. November 2012

0870

Alfred Kubin*

(1877, Leitmeritz - 1959, Zwickledt)

„Krieg“
um 1900
Tuschfeder und Pinsel auf dünnem Karton
7,5 × 20,3 cm

€ 15.000 - 30.000

Alfred Kubin*
(Leitmeritz 1877 - 1959 Zwickledt)
Krieg, um 1900
Tuschfeder und Pinsel auf dünnem Karton; 7,5 x 20,3 cm
Signiert rechts oben: Akubin

Literatur: Alfred Kubin, Ausstellungskatalog Kunstmuseum Winterthur, 1986, Abb. S. 70

Kubin verbrachte seine Kindheit und Studienzeit in Salzburg, wo er zunächst die Kunstgewerbeschule besuchte. Danach begann Kubin eine fotografische Lehre und ab 1898 studierte er in München Graphik und Malerei. In der Pinakothek setzte er sich intensiv mit dem zeichnerischen Werk wegweisender Künstler um 1900 auseinander, vor allem mit Klinger, de Groux, Rops, Munch, Ensor und Redon. Angetrieben von einem wahren Schaffensdrang schuf er bis 1904 entstehen hunderte Blätter. Das um 1900 entstandene Werk "Krieg" gehört zu seinem berühmt gewordenen Frühwerk.
1904 lernte er Hedwig Gründler kennen, die Schwester des Schriftstellers Oskar A.H. Schmitz. Sie heirateten noch im gleichen Jahr. Hedwig finanzierte den Erwerb des sogenannten "Schlössls" in Zwickledt bei Wernstein am Inn, wohin das Ehepaar 1906 übersiedelte. Reisen nach Böhmen, auf den Balkan, Südfrankreich, Italien, Prag, Berlin, München, Zürich oder Paris ermöglichten es Kubin, mit Künstlerkollegen und Freunden zusammenzutreffen. Der Maler schloss sich 1909 der Neuen Künstlervereinigung München an, die er 1911 wieder verließ, um der neugegründeten Gruppe des "Blauen Reiters" beizutreten. Hier stellte er zusammen mit seinen Freunden Paul Klee und Franz Marc regelmäßig aus. Beeinflusst von Goya, Redon, Ensor und Klinger schaffte Kubin Tausende von Federzeichnungen. Es entstanden zahlreiche Mappenwerke - darunter der berühmte Totentanz von 1925. Alfred Kubin entwickelte aus dichtem und wirrem Liniengeflecht phantastisch-dämonische oder verfremdet-erotische Traumwelten mit halluzinativ auftauchenden Spukgestalten. Das Werk des Künstlers vermittelt eine düstere Weltsicht und spiegelt das von Krisen geplagte Leben Kubins wider. 1930 wurde der Künstler Mitglied der Akademie der Preußischen Künste zu Berlin, 1937 erhielt er den Professorentitel. Ab 1949 war er Mitglied der Bayrischen Akademie der Schönen Künste und zwei Jahre später wurde ihm der österreichische Staatspreis für bildende Kunst verliehen. Alfred Kubin verstarb zurückgezogen im Jahre 1959 in Zwickledt.
(CMG)