Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

19. Juni 2012

0006

Jan Brueghel der Jüngere

(1601, Antwerpen - 1678, Antwerpen)

„Dorfeingang mit Windmühle und Wirtshaus“
Öl auf Kupfer
18,4 × 26,3 cm

€ 45.000

Jan Brueghel d. J.
(Antwerpen 1601–1678 ebd.)

Dorfeingang mit Windmühle und Wirtshaus
Öl auf Kupfer, 18,4 × 26,3 cm
Provenienz: Auktion Dorotheum, Wien, 15. Juni 1971, Nr. 17, Abb. Tafel 20 („Dorflandschaft in Flandern“, als eigenhändiges Werk Jan Brueghels d. J. mit Expertise Dr. Gustav Glück); seither Österreichische Privatsammlung Gutachten Dr. Klaus Ertz, Lingen, 14. März 2012.

Jan Brueghel der Jüngere wurde 1601 in Antwerpen geboren. Dass sein Vater Jan Brueghel der Ältere früh große Stücke auf seinen ältesten Sohn hielt, zeigt die Tatsache, dass er bereits im Jahre 1616 eine Reise nach Italien für seinen damals erst fünfzehnjährigen Sohn plante. Jan Brueghel d. J. trat die langersehnte Reise schließlich erst 1622 an und kehrte jedoch schon 1625 nach Antwerpen zurück, um nach dem Tode des Vaters dessen Atelier zu übernehmen und erfolgreich weiterzuführen.
Wie Dr. Klaus Ertz feststellt, lässt unser Gemälde in aller Deutlichkeit sichtbar werden, „dass Jan Brueghel d. J. in den Jahren nach Übernahme des väterlichen Ateliers 1625 bis in die 30er Jahre des 17. Jahrhunderts dessen Werk am intensivsten und sicherlich auch auf dem höchsten Niveau fortgeführt hat.“ Aufgrund der feinteiligen und detailgetreuen Pinselschrift datiert Dr. Ertz vorliegendes Gemälde gegen Ende der 1620er Jahre. „Mit der im Atelier des Vaters erworbenen technischem Brillanz spürt Jan Brueghel d. J. jeder einzelnen Form nach, was besonders gut zu erkennen ist in der exakten Ausmalung der Figuren, im Blattwerk der Bäume, der Tier und der Pferdekarren.“
Von Jan Brueghel d. J. sind mehrere kleine Dorflandschaften bekannt, die sich mit dem täglichen Leben der damaligen Zeit beschäftigen, beispielsweise „Weg mit Fuhrleuten an der Wassermühle“ (Öl auf Kupfer, rund 21 cm, 1620er Jahre, 1983 Galerie Sanct Lucas, Wien) oder „Tanz auf der Dorfstraße“ (1625, Öl auf Kupfer, 20 × 22 cm, Privatbesitz). Die Komposition des vorliegenden Gemäldes entspricht nahezu derer eines bereits 1603 geschaffenen Werkes Jan Brueghels d. Ä. (Dorfeingang mit Mühle, Öl auf Kupfer, 18 × 25,4 cm, Privatbesitz, Lit: K. Ertz/ C. Nitze-Ertz, Jan Brueghel d. Ä., Lingen 2008–11, Bd. I, Kat.168). In unserer Komposition vereinigen sich viele Entwicklungen und Bildtypen: Sie ist zugleich Dorflandschaft, Genreszene und Flachlandschaft und wie Dr. Ertz weiter feststellt „meiner Meinung nach eine der gelungensten Kompositionen, die nach dem Vorbild des Vaters, Jan Brueghel d.Ä., entstanden sind.“