Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

17. April 2012

0130

Helmut Leherb*

(Wien 1933 - 1997 Wien)

„Schule der Erniedrigung“
Mischtechnik auf Papier
61 × 75 cm

€ 25.000 - 50.000

Helmut Leherb*
(Wien 1933-1997 Wien)

Schule der Erniedrigung
Mischtechnik auf Papier
61 x 75 cm
Signiert links unten: Leherb
Provenienz: Österreichischer Privatbesitz
Literatur: Wiener Festwochen. Der europäische Musikchor Bodø. Surrealisten, Leherb 15.-30. Juni 1985, Abb. (o.S.)

Helmut Karl Leherbauer studierte ab 1948 an der Akademie der bildenden Künste und der Akademie für angewandte Kunst in Wien. 1950 hielt er sich vorübergehend zu Studien in Stockholm auf. 1954 stellte er erstmals (mit Lotte Profohs, seiner späteren Frau, Muse und seinem häufigsten Motiv) in der Galerie Wolfrum aus, 1959 mit Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden im Belvedere.

Leherbs Bilder offenbaren eine "Sehnsucht nach dem Wunderbaren" (Alfred Muschik). André Breton nannte ihn "schwarzer Prinz des Surrealismus". Als Leherb 1960 in einem Hamlet-Kostüm, mit langem Haar, dichtem Schnurrbart, einer Brille mit einem dunklen Glas, mit einer ausgestopften Taube und lebenden weißen Mäusen in die Albertina kam, kreierte er damit eine phantasievolle Vorstellung des Künstlers an sich. Von 1958 bis 1965 arbeitete er an seinem "Zeitgeiststörungs-Manifest", das 1964 als Österreich Beitrag zur Biennale in Venedig nominiert war, dessen Präsentation jedoch wenige Wochen vor der Eröffnung vom damaligen Unterrichtsminister untersagt wurde.
Leherb übersiedelte nach Paris, wo er jedoch von der einstigen Avantgarde um André Breton enttäuscht war.
Auf Wunsch des Architekten Kurt Hlaweniczka wurde Leherb 1980 beauftragt, sechs riesige Fayencebilder für die Wirtschaftsuniversität zu gestalten. Bei dieser Arbeit mit keramischem Staub zog sich Leherb schwere gesundheitliche Schäden zu, er starb 1997 im Rudolfinerhaus. (OHR)