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Auktion: Zeitgenössische Kunst

17. April 2012

0132

Max Weiler*

(Absam bei Hall i. Tirol 1910 - 2001 Wien)

„Der Vogel“
1984
Eitempera auf Leinwand
111 × 100 cm

€ 80.000

Max Weiler*
(Absam bei Hall i. Tirol 1910 - 2001 Wien)
Der Vogel
Eitempera auf Leinwand
111 x 100 cm
1984
Signiert und datiert rechts unten: Weiler 84
Provenienz: Österreichischer Privatbesitz

Es gibt keinen anderen österreichischen Maler, dessen Oeuvre eine Spanne von mehr als siebzig Jahren umfasst und dennoch eine derartige Konstanz der malerischen Qualität aufweist. Diese Qualität ist schon in den frühen, noch vor dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Bildern unübersehbar, sie bricht danach zur vollen Blüte durch, wird noch klarer, noch reicher, noch malerischer, und ist auch in den späten Werken unvermindert existent. Während andere Maler (oder eigentlich ihre Werke) vor unseren Augen zusehends zu altern schienen, ins Abseits und die Vergessenheit gerieten, war es Max Weiler vergönnt, sich durch sein ganzes Leben treu zu bleiben und dennoch – vor unseren Augen – zu wachsen.

Es fällt heute schwer sich vorzustellen, welche Skandale seine Arbeiten einmal auszulösen vermochten. Der Bilderstreit um seine Fresken für die Theresienkirche auf der Hungerburg (1946/1947) ist hier nur ein Beispiel: Die provinzielle Enge, die dem Künstler damals entgegenschlug, vermochte freilich den großen Ernst Max Weilers, die Inhalte seiner Malerei mit Geltung auszustatten, nicht zu brechen. Er war und blieb ein Künstler, der in kühner und eigenständiger Weise die christliche Ikonographie interpretierte und – in engem Zusammenhang dazu – die Natur darstellte. Es ist eine Natur im Werden, eine Vision der Natur mitten im Schöpfungsprozess, vital, kraftvoll, sinnlich, spirituell.
Es ist ein ganzer Kontinent der Farbe, der dauernden Metamorphose der Natur, den uns der Künstler hinterlassen hat. Dieser Kontinent reicht von den Bildern der dreißiger Jahre über die expressiven Landschaften nach dem Krieg, hin zu den chiffrierten Naturdarstellungen der fünfziger Jahre, der Werkgruppe „Wie eine Landschaft“, den Landschaften auf tönenden Gründen bis zum Kosmos des Spätwerkes. (OHR)