Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. März 2012

0090

Franz Grabmayr*

(Pfaffenberg b. Obervellach/Kärnten 1927 - 2015 Wien)

„Sandgrube in Uttissenbach“
1987
Öl auf Jute
115 × 130 cm

€ 24.000

Franz Grabmayr*
(Pfaffenberg b. Obervellach/Kärnten 1927 geb.)
Sandgrube in Uttissenbach
Öl auf Jute
115 x 130 cm
1987
Rückseitig signiert und datiert: Grabmayr 1987

"Man muss schon die Natur immer wieder vergeistigen, man muss sie verwandeln."
(Franz Grabmayr)

"G'malt - g'spachtelt -hing'haut, so entstehen Grabmayrs Bilder in einem urtümlich anmutenden Schaffensprozess, eins mit der Umgebung, der Natur. Das Naturerlebnis ist für seine Arbeit entscheidend. Das Erlebnis ist für ihn auch ein Miterleben in einem Arbeitsvorgang, der von der Natur, von den Elementen bestimmt ist. Grabmayrs Werke machen den Eindruck, als seien sie die Arbeit eines Getriebenen… Es entstanden die Sandgrubenbilder, ein Thema, vielfach variierend, formal und farbig auf die wechselnden Zustände (Wetter, Jahres- und Tageszeit) der Sand- und Gesteinswände eingehend."
(Gerbert Frodl in: Grabmayr, Kerbler Verlag, Bielefeld, S. 5)

Grabmayrs Bilder zeichnen sich durch eine besonders bewegte, überaus pastose Maltechnik aus. Es entstehen Landschaftsreliefs aus Farbe. Seine Gemälde wirken impulsiv, dynamisch, temperamentvoll und spontan. Diese Spontanität erzielt er in seinen Werken, indem er dicke Farbschichten direkt mit der Spachtel aufträgt. Grabmayrs Landschaften wirken zwar abstrakt, ihnen liegt aber immer Gegenständliches zugrunde, bestimmte Motive oder Erlebnisse. Eine wesentliche Rolle in Grabmayr Arbeiten spielt neben der Form auch die Farbe selbst, das Farberlebnis in der Natur. Durch seine "wilden Bilder", die immer vor der Natur gemalt wurden, gilt er auch als Vorbild der "Jungen Wilden", die in den 80er Jahren die Gegenständlichkeit wieder entdeckten. (MS)