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Hans Staudacher*
(St. Urban 1923 - 2021 Wien)
„o.T.“
1976
Öl auf Leinwand; gerahmt
149 x 270 cm
Signiert und datiert rechts unten: H Staudacher, 1976
Mit Widmung
Startpreis: € 15.000
erzielter Preis: € 24.120 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 18.000
Auktion ist beendet.
Schwarze und blaue Linien in großer Gestik über die Leinwand gezogen suggerieren, dass es sich um kalligraphische Elemente handeln könnte und man meint die Energie, den Rhythmus und die Bewegung des Malvorgangs zu spüren. Hans Staudacher ist einer der bedeutendsten österreichischen Vertreter der Abstraktion, der im Laufe seiner langen Karriere seinen charakteristischen Stil immer weiterentwickelt hat.
Autodidaktisch begann der 1923 in Kärnten geborene Hans Staudacher mit Zeichnungen, Landschaftsaquarellen und Portraits. Er orientierte sich an Alfred Kubin, Egon Schiele oder Gustav Klimt. In der Malschule von Arnold Clementschitsch in Villach begann er kleinformatige abstrakte Arbeiten in grau und schwarz zu produzieren, bevor er 1950 endgültig nach Wien ging.
Von hier aus unternahm er etliche Reisen nach Paris, die ihn nachhaltig inspiriert haben. Staudacher hat dort den Tachismus, eine Stilrichtung der informellen Malerei, aber auch den Lettrismus und dessen Hauptvertreter Georges Mathieu kennengelernt. Die Bezeichnung Lettrismus kommt aus dem Französischen, lettre, was Buchstabe bedeutet. Es ist eine Kunstrichtung, bei der Zeichen und Schrift zum eigentlichen Bild werden. Einflüsse und Beobachtungen aus dieser Zeit prägen fortan sein gesamtes Schaffen. Mittels spontaner Gesten entwickelt er konsequent seine Art der abstrakten Malerei. Er nimmt seine Umgebung auf, um sie in Form von Farbspritzern, hingeworfenen Linien und Pinselstrichen in seine Wirklichkeit zu übersetzen.
Staudacher war Mitglied der Secession, auf Biennalen in Venedig, São Paulo und in Tokio vertreten, er hat neben dem Professorentitel, den Kulturpreis des Landes Kärnten (1989), das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien (2004) sowie etliche weitere Auszeichnungen erhalten und ist in vielen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten.
(Clarissa Mayer-Heinisch)


