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Giuseppe Galli Bibiena zugeschrieben
(Parma 1696 - 1756 Berlin)
„Triumphpforte für das Kaiserhaus “
Feder, laviert auf Papier; ungerahmt
66,5 x 46,8 cm
Provenienz
Sammlung Michael Mayr (1796–1870), Eisenstadt;
Michaela Fajt, geb. Mayr (1823–1909), Tochter Michael Mayrs, Eisenstadt;
Marianna Fajt (1860–1946), Enkelin Michael Mayrs, Eisenstadt;
Sammlung Prof. Fritz Weninger (1892–1981), Maler und Restaurator, Wien
(Blätter zumeist versehen mit dem Sammlerstempel FW);
Geschäftsauflösung Wolfdietrich Hassfurther
Literatur
Die Sammlung des Theatermalers Michael Mayr (1796–1870). Architektur- und
Theaterblätter, Ausstellungs-Katalog 15. Mai bis 8. Juli 1984, Niederösterreichisches
Landesmuseum Wien I., Herrengasse 9; Katalog des Niederösterreichischen
Landesmuseums, Neue Folge Nr. 148, Wien 1984, Kat.-Nr. 32
Rufpreis: € 1.000
Ergebnis: € 3.250 (inkl. Gebühren)
Auktion ist beendet.
Giuseppe Galli Bibiena war der dritte Sohn des aus Italien stammenden Hofmalers Ferdinando Galli Bibiena (1657-1743). Dieser zählt zu den prägenden Theaterarchitekten des frühen 18. Jahrhunderts und war der Stammvater der Bibiena-Familie, die zahlreiche namhafte Theaterarchitekten hervorbrachte. 1712 begleitete Giuseppe seinen Vater nach Wien und wurde dort 1727 zum „Ersten Theatral Ingenieur“ ernannt. Einer seiner wichtigsten Aufträge war 1745 die Errichtung einer Triumphpforte anlässlich der Heimkehr Franz I. (1708-1765) von seiner Kaiserkrönung. Danach folgte Giuseppe verschiedenen Aufträgen nach Breslau, Linz und Prag. Diese waren unterschiedlichster Natur: von Hochzeitsausstattungen über die Errichtung von Freilichttheatern sowie Bühnen- und Palastdekorationen hin zu zahlreichen Theater- und Operninszenierungen war sein Werk vielfältig. 1748 nahm er das Amt des „ersten theatralischen Architekten“ in Dresden an und war später in Berlin und Bayreuth tätig. Mit seinen älteren Brüdern Alessandro (1686-1748) und Giovanni Maria (1693-1777) führte er die Tradition und Formensprache des Vaters Ferdinando weiter. Die von den Bibienas etablierten Maßstäbe mit perspektivischen Innovationen und monumentalen Säulenarchitekturen prägten die europäische Theaterwelt entscheidend bis in das 19. Jahrhundert.


