Auktion: Architektur- und Theaterzeichnungen: Sammlung Michael Mayr

22. Oktober 2025, 17:30 Uhr

1443

„Dekorationsentwürfe mit schriftlichen Anleitungen (Konvolut 26 Stück)“
Aquarell, Feder, Bleistift auf Papier; ungerahmt, z.T. in Passepartout
zwischen 19,5 x 25 cm und 42 x 26 cm

Provenienz

Sammlung Michael Mayr (1796–1870), Eisenstadt;
Michaela Fajt, geb. Mayr (1823–1909), Tochter Michael Mayrs, Eisenstadt;
Marianna Fajt (1860–1946), Enkelin Michael Mayrs, Eisenstadt;
Sammlung Prof. Fritz Weninger (1892–1981), Maler und Restaurator, Wien
(Blätter zumeist versehen mit dem Sammlerstempel FW);
Geschäftsauflösung Wolfdietrich Hassfurther

Literatur

Die Sammlung des Theatermalers Michael Mayr (1796–1870). Architektur- und
Theaterblätter, Ausstellungs-Katalog 15. Mai bis 8. Juli 1984, Niederösterreichisches
Landesmuseum Wien I., Herrengasse 9; Katalog des Niederösterreichischen
Landesmuseums, Neue Folge Nr. 148, Wien 1984, Kat.-Nr. 112 (Abb. 12), 113, 114, 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 124, 125, 126, 127, 128, 129, 130 (Abb. 8), 131, 132, 134, 135, 136, 137

Rufpreis: € 1.500
Ergebnis: € 2.860 (inkl. Gebühren)
Auktion ist beendet.

Hinter dem Künstlernamen N. Institoris versteckt sich ein Dekorationsmaler, der am Theater an der Wien sowie dem Leopoldstädter Theater tätig war, insbesondere unter der Direktion von Karl Carl (1789-1854) für die Stücke von Johann Nestroy (1801-1862). Bei Michael Mayr schien dieser hoch verschuldet gewesen zu sein. Besonders sind seine oft farbig gefassten und detailliert beschriebenen Entwürfe und Anleitungen zur Theatermalerei hervorzuheben, die einen einzigartigen Einblick in die Gedankenwelt der Theaterkünstler des frühen 19. Jahrhunderts geben.

1. Institoris, "Türck. Saal-Bogen" (nach de Pian ?), Feder, Aquarell auf Papier, 36 x 25 cm, Das Blatt hat große Ähnlichkeit mit der Dekoration de Pians zu Grillüarzers "Der Traum ein Leben"
2. Institoris, "Ein modernes Zimmer - vermuthlich nach Neefe. An der Wien." Feder, Aquarell auf Papier, 41 x 25,5 cm, Hermann (Joseph) Neefe (1790 Bonn - 1854 Wine), Landschafts- und Theatermaler. Sohn eines Kapellmeister, studierte zuerst bei Beethoven Musik, dann als Maler an der Wiener Akademie ausgebildet. 1809 am Josefstädter Theater gemeinsam mit M. Gail mit der Herstellung einer Typendekorations-Serie beschäftigt, dann 18 Jahre am Theater an der Wine, ab 1832 wieder am Theater in der Josefstadt unter der Dekoration von Stöger und Scheiner tätig.
3. Institoris, Empiresaal mit Mamorsäulen, Pilastern und grünen Draperien, Feder, Aquarell auf Papier, 41 x 24,3 cm
4. Institoris, "Auf moderne Art verzierter Pilaster und marmorierte Wände", Feder, Aquarell auf Papier, 41 x 24 cm
5. Institoris, "Ein Glashaus", Pinselzeichnung, laviert auf Papier, 20 x 27 cm
6. Institoris, "Eine Schlußdekoration nach Neede" Feder, Aquarell auf Papier, 25,5 x 41 cm
7. Institoris, "Gefängniß-Prospect", Feder, Aquarell, 20 x 24 cm, Dekoration für Raimunds Stück "Moisasurs Zauberfluch"", aufgeführt am Theater an der Wien am 25. September 1827
8. Institoris, "Gefängniß nach Janits", Feder auf Papier, 25 x 39,5 cm, Janits (Janitz), Daten unbekannt, Theaterdekorateur in Wien, wird in Michael Mayrs Tagebüchern öfters erwähnt. Entwarf die Dekorationen für das 1812 neu eröffnete Pester Theater
9. Institoris, "Gefängniß nach Janits", Feder, Bleistift auf Papier, 24,5 x 40,5 cm, In der rückseitigen Beschreibung werden noch weitere Gefägnisdekorationen nach de Pian und Gail erwähnt.
10. Institoris, "Ein begräbnis - Ort, welcher mehr einem Gefängniß ähnlich ist", Aquarell auf Papier, 24 x 39,5 cm
11. Institoris, Entwurf für einen marmorisierten Empire-Altar, Feder Aquarell auf Papier 41 x 24 cm, Rs.: Detailskizze zu Kapitellen und Architraven, Feder, Aquarell
12. Institoris, "Ein moderner Saal nach Neefe", Feder, Aquarell auf Papier, 40 x 25,5 cm
13. Institoris, Entwurf für einen Saal, Feder, Aquarell auf Papier, 20 x 25 cm
14. Institoris, "Ein altmosches Zimmer nach Doll"(iner), Feder, Aquarell auf Papier, 25 x 39 cm
der Dekorateur Dolliner in Wien (Datum unbekannt) arbeitete häufig gemeinsam mit Michael Mayr, der ihn häufig in seinen Tagebüchern erwähnte und 1833 folgendermaßen charakterisierte: "Er laß wenig, ging in keine Kunstsammlungen, Bibliotheken... da er nur abends, wenn es finster war, in die Stadt in die Winkeller kroch, er sammelte auch nichts, zudem 60 Jahre, daher natürlich "die gefesselte Fantasie".
15. Institoris, "In der Hof-Burg gesehener Saal", Feder, Aquarell auf Papier, 41 x 25,5 cm
16. Institoris, "Ein Zimmer vermutlich nach Doll"(iner), Feder, Aquarell auf Papier, 42 x 26 cm
17. Institoris, "Eine Maurische in Spanien befindliche Bauart", Feder, Aquarell auf Papier, 20,7 x 25,6 cm, Rs.: Architekturdetails, Feder, aquarelliert
18. Institoris, Entwurf für eine Empire-Draperie, Feder, Aquarell auf Papier, 24,5 x 38,3 cm, Rs.: Maurische Bogenarchitektur, Feder
19. Institoris, "Turandot, Princessin von Schiras" Feder, Aquarell auf Papier, 22,5 x 36,5 cm, Möglicherweise Entwurf zur Aufführung der Oper von Gozzi-Blumenthal am Theater an der Wien am 3. April 1813
20. Institoris, "Colorit eines inneren Gebäudes", Feder auf Papier, 19,5 x 25 cm
21. Institoris, "EIn Saal nach Burnickl", Bleistift, Feder, Aquarell auf Papier, 23,4 x 40 cm
22. Institoris, "Saal Bogen" Feder auf Papier, 20 x 25,5 cm
23. Institoris, "1 Uhr Saal. Vermuthlich von Arigoni. Presb." Feder, laviert auf Papier 36 x 25,5 cm, "Ein Uhr", ein Stück anch dem Englischen des Lewin, erlebte seine Wiener Erstaufführung am 21. November 1822 am Theater an der Wien. Antonio arrigoni (1788 Wien - 1851 Dresden), Schüler der Wiener Akademie, war zuerst für das Theater an der Wien tätig, dann als Theatermaler in Brünn, Breslau, Preßburg (1825) und Graz. 1826 als Hoftheatermaler nach Dresden berufen, wo er wirkungsvolle Dekorationen malte. Michael Mayr begegnete Arrigoni am Berginn seiner Laufbahn als Theatermaler am Theater an der Wien.
24. Institoris, Ein Säulensaal, Feder auf Papier, 23,7 x 19 cm
25. Institoris, Ein antiquer Saal, Bleistift, laviert, auf Papier, 25 x 28,5 cm
26. Institoris, Drei Zimmerdekorationen, Feder, Aquarell auf Papier