Auktion: Alte Meister

17. Juni 2026, 14:00 Uhr

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Objekt

3001

Marx Reichlich

(Brixen um 1460/65 - um 1520 Brixen )

„Triptychon (Hl. Christophorus, Beweinung Christi, Hl. Anna)“
zwischen 1494 und 1508
Öl/Tempera auf Holz (Triptychon); gerahmt
38 x 66,5 cm (aufgeklappt mit Rahmen); 33 x 28 cm (Mittelteil); 33 x 11,5 cm (Flügel)

Provenienz

Dorotheum Wien, 18.6.1968, Nr. 93, Tafel 1;
Privatsammlung, Österreich

Schätzpreis: € 5.000 - 10.000
erzielter Preis: € 10.400 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 8.000
Auktion ist beendet.

Marx Reichlich (1460 - 1520) zählt zu den bedeutenden Vertretern der spätgotischen Malerei im Tiroler Raum. Sein Œuvre ist vor allem in Südtirol und Tirol nachweisbar, wobei seine Tätigkeit in Salzburg zwischen 1494 und 1508 eine zentrale Phase seines Schaffens darstellt. In diesem Umfeld stand er vermutlich in engem Kontakt mit Friedrich Pacher und bewegte sich im künstlerischen Umkreis von Michael Pacher, dessen Stil sein Werk nachhaltig prägte. Darüber hinaus wird angenommen, dass Reichlich an der Ausführung des Altars der Franziskanerkirche in Salzburg beteiligt war und nach Pachers Tod dessen Werkstatttradition fortführte. Auf dieser Grundlage entwickelte er einen eigenständigen Malstil, der sich durch eine fein nuancierte Farbigkeit und eine ausgewogene Bildkomposition auszeichnet. In seinem späteren Werk treten zudem Einflüsse der venezianischen sowie lombardischen Malerei deutlicher hervor, die auf eine stilistische Öffnung gegenüber oberitalienischen Strömungen hinweisen.

Der vorliegende Hausaltar ist ein charakteristisches Beispiel spätmittelalterlicher Andachtskunst um 1500, die für den privaten Devotionsgebrauch konzipiert wurde. Die Mitteltafel zeigt die Beweinung Christi vor einer weit ausgreifenden, in die Tiefe gestaffelten Landschaft mit architektonischen Elementen, die den Bildraum erweitern. Die Flügelbilder ergänzen die zentrale Szene durch die Darstellung des Hl. Christophorus sowie der Hl. Anna.