Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

17. Juni 2026, 14:45 Uhr

3167

Rudolf Geyling

(Wien 1839 - 1904 Ybbs an der Donau)

„Bacchant und Amorette“
um 1878
Öl auf Leinwand; gerahmt
167 x 127 cm
Signiert und bezeichnet rechts unten: Rud. Geyling. Wien
Rückseitig auf Etikett bezeichnet: Rudolf Geyling / in / Wien / "Bachant u Amoret";
rückseitig Ausstellungsetikett: 307.

Provenienz

seit den 1950er Jahren europäischer Familienbesitz

Ausstellung

1878 Wien, Künstlerhaus, Große Jahres-Ausstellung, Nr. 17 und Nr. 4

Literatur

Katalog der IX. Großen Jahres-Ausstellung in Wien, Künstlerhaus, 13. April 1878, Nr. 17;
II. Katalog der IX. Großen Jahres-Ausstellung in Wien, Künstlerhaus, 18. Mai 1878, Nr. 4;
Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Band I/1, Hofheim/Taunus 1979, S. 407, Nr. 33

Schätzpreis: € 8.000 - 16.000
erzielter Preis: € 9.450 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 7.000
Auktion ist beendet.

Als Sohn des Historienmalers Franz Geyling studierte Rudolf Geyling ab 1856 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Durch ein Stipendium konnte Geyling von 1872 bis 1873 Italien bereisen und sich dort künstlerisch weiterbilden. Zurück in Wien leitete Geyling fast zwei Jahrzehnte lang das Atelier für kunstgewerbliche Maltechniken am Wiener Frauenerwerbsverein. Zugleich übernahm er nach dem Tod seines Onkels Carl Geyling die künstlerische Leitung des Glasmalereiunternehmens „Carl Geylings Erben“. Neben seinen dort entstandenen Arbeiten, unter anderem Glasgemäldeentwürfe für den Stephansdom, fertigte er zahlreiche Genre- und Historienbilder, welche von seiner Zeit in Italien geprägt waren.

Das vorliegende Gemälde scheint auch eine dieser Arbeiten zu sein. Mit spielerischer Leichtigkeit inszeniert Geyling die Begegnung zwischen einer zarten Amorette und einem kleinen Bacchanten. In dem großformatigen Ölgemälde verortet er die Figuren in einer idyllischen Landschaft am Ufer eines Gewässers. Der kleine Bacchant nähert sich zärtlich der Wange der Amorette. Ihn bekleidet ein Leopardenfell, in dem köstliche Weintrauben bereitliegen. Schüchtern neigt die blonde Amorette ihren Kopf zur Seite und wendet den Blick verstohlen zu den ihr dargebotenen Trauben, nach denen sie mit ihrer zarten Hand greift. Hinter ihrem beflügelten Rücken hält sie einen großen Strauß Sonnenblumen, der ihre kleine Körpergröße unterstreicht. Das Werk besticht vor allem durch sein liebliches Sujet, das Geyling nach altmeisterlichem Vorbild in eindrucksvoller Größe zur Wirkung bringt. (MLS)