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Otto Erich Wagner*
(Klepacov 1895 - 1979 Wien)
„o.T.“
1923/25
Graphit auf Transparentpapier; gerahmt
100 x 100 cm
Provenienz
aus dem Nachlass des Künstlers;
Galerie Walfischgasse, Wien;
dort 1992 erworben, europäischer Privatbesitz
Literatur
Vergleiche: Jürgen Schilling (Hg.), Wille zur Form. Ungegenständliche Kunst 1910-1938 in Österreich, Polen, Tschechoslowakei und Ungarn, Ausst.-Katalog Hochschule für angewandte Kunst, Wien 1993, Abb. S. 78 (Otto Erich Wagner, o.T., 1923/25, Graphit auf Papier, 101 x 100 cm)
Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
erzielter Preis: € 20.100 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 15.000
Auktion ist beendet.
Otto Erich Wagner, Neffe des bedeutenden Architekten Otto Wagner, begann seine künstlerische Ausbildung zwischen 1922 und 1924 an der Kunstgewerbeschule in der Abteilung "Ornamentale Formenlehre" bei Franz Čižek und Rudolf von Larisch. Bereits 1924 fungierte er als Assistent Čižeks in der Abteilung "Allgemeine Formenlehre" und avancierte nur ein Jahr später zu dessen Hilfslehrer.
Ein Höhepunkt seiner Ausstellungstätigkeit war die Teilnahme an der Exposition International des Arts Decoratifs et Industriels Modernes in Paris im Oktober 1925, auf der sich unter anderem die Internationale Avantgarde positionierte.
Im Umfeld von Čižeks innovativer Kunstpädagogik entwickelte sich der Wiener Kinetismus (aus dem griechischen „kinesis“ – Bewegung) als avantgardistischer Beitrag Österreichs in der Zwischenkriegszeit. Leitend war dabei die Idee, Bewegung, Rhythmus und Energie als gestaltende Prinzipien sichtbar zu machen.
Wagner stand im unmittelbaren Zentrum dieser Bewegung zusammen mit den bedeutendsten Vertreterinnen der Čižek-Klasse: Marianna (My) Ullmann, Elisabeth Karlinsky und Erika Giovanna Klien. Während viele Künstler und Künstlerinnen Österreich Ende der 1920er Jahre verließen, blieb Wagner in Wien und weiterhin an der Kunstgewerbeschule tätig. Nach der Pensionierung Čižeks im Jahr 1935 übernahm er interimistisch die Leitung seines Kurses. Nach 1945 war er als freischaffender Künstler tätig.
(Valerie Pauß)





