Auktionshaus

Auktion: Jugendstil & Design

10. Dezember 2025, 17:00 Uhr

4607

Josef Hoffmann

(Pirnitz 1870 - 1956 Wien)

„Kaffeeservice“
Porzellanmanufaktur Augarten, Wien, Entwurf: 1928, Ausführung: 1929
Porzellan, rot und schwarz glasiert und staffiert; 21-teiliges Service, bestehend aus: 1 Kaffeekanne, 1 Michkanne, 1 Zuckerdose, 6 Tassen und Untertassen und 6 Dessertteller; jeweils auf der Unterseite gemarkt mit unterglasurblauem Bindenschild mit Wien, roter Dekormarke "Augarten/Austria" und gemalter Modellnr. "18/554", teilweise mit gemalter Nummer "52", blauer Marke "GES. GESCH." und schwarzer Entwerfermarke "ENTWURF/PROF.JOS./HOFFMANN"
H. 6,6 cm (Tasse), H. 11,5 cm (Zuckerdose), H. 13,6 cm (Milchkanne), H. 20,8 cm (Kaffeekanne), Dm. 14,3 cm (Untertasse), Dm. 17,9 cm (Dessertteller)

Literatur

Josef Hoffmann. 1870-1956, Fortschritt durch Schönheit, MAK Wien 2021, S. 283, Abb. 10

Schätzpreis: € 4.500 - 9.000
erzielter Preis: € 32.500 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 25.000
Auktion ist beendet.

In den Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war die alteingesessene Wiener Porzellanmanufaktur Augarten um eine Modernisierung ihres Außenauftritts und ihrer Produkte bemüht: Ergänzend zu den mit abnehmendem Erfolg vertriebenen Gebrauchsgegenständen und Skulpturen im traditionellen biedermeierlichen und historistischen Stil sollten vor allem Service mit modernen, funktionsbetonten Formen und zeitgemäßer Dekoration auf den Markt gebracht werden. Dazu sollten auch externe Berater und Künstler beitragen. Niemand schien berufener, solche Erzeugnisse zu entwerfen, als der damals schon hoch dekorierte und international renommierte Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule, Josef Hoffmann. Er hat in der Zeit zwischen 1920 und 1930 unzählige Formen und Dekore für Tassen, Kannen und sonstiges Tischgerät aus Porzellan entworfen. Davon ist allerdings nur ein kleiner Bruchteil realisiert worden und von diesem Bruchteil auch wieder nur ein kleiner Teil von Augarten.
Unser (Kaffee)Service hat betriebsintern die Bezeichnung „Form Nr. 18“ getragen, was darauf schließen lässt, dass es sich um den 18. Hoffmannschen Formentwurf gehandelt hat. Der Dekor trägt die Augarten-interne Bezeichnung „Dekor Nr. 5544“.
Auf den Markt gebracht ist dieses Service nur im Jahr 1929 worden. Es war schon allein wegen der damals herrschenden Wirtschaftskrise, aber wohl auch wegen seiner Radikalität ein kommerzieller Misserfolg. (EP)