Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

02. Dezember 2025, 15:00 Uhr

1153

Alfred Zoff

(Graz 1852 - 1927 Graz)

„Weißenfelsersee in Oberkrain“
1885
Öl auf Leinwand; gerahmt
80,5 x 104 cm
Signiert, bezeichnet und datiert rechts unten: A. Zoff. / Karlsruhe 1885

Provenienz

Dorotheum Wien, 26.6.1935, Nr. 77, Tafel 7;
Galerie Suppan, Wien;
Privatbesitz, Wien

Ausstellung

2021 Wien, Galerie Martin Suppan, Palais Coburg, Farbtafel 8

Literatur

Martin Suppan, Alfred Zoff. Ein österreichischer Stimmungsimpressionist. Landschaften, Marinen, Wien 1991, S. 286, WV-Nr. 65, S. 38 (SW-Abb.);
Claudia Suppan (Hg.), Alfred Zoff. 1852-1927. Die Faszination des Meeres, Wien 2021, S. 275, WV-Nr. GE 107, Farbtafel 8

Schätzpreis: € 10.000 - 20.000
erzielter Preis: € 19.500 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 15.000
Auktion ist beendet.

Der Landschaftsmaler Alfred Zoff wurde 1852 in Graz geboren. Er studierte zunächst Medizin, wandte sich dann aber schon früh der Malerei zu. Zoff beschäftigte sich zeitlebens mit der Landschaft und ihrer Erfassung in der Malerei. Bereits zu Lebzeiten fanden seine Werke großen Anklang bei Käufern und Sammlern, zu denen auch das Kaiserhaus und Mitglieder des Wiener Hofs zählten. Ab 1880 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien, ab 1884 an der staatlichen Akademie in Karlsruhe, wo er in Kontakt mit der Schule von Barbizon kam. Unter deren Einfluss sowie unter dem Eindruck der „Paysage intime“ entwickelte Zoff seinen eigenständigen Stil, der die Naturbeobachtung in den Mittelpunkt stellte.

In diese frühe Schaffensperiode fällt auch das vorliegende Landschaftsgemälde. Es zeigt einen der beiden Weißenfelserseen (heute Laghi di Fusine in Italien), über dem sich das Felsmassiv des Mangart erhebt – ein mächtiger Berg an der heutigen Grenze zwischen Italien und Slowenien. Das Motiv spiegelt Zoffs Faszination für die alpine Landschaft und ihre erhabene Wirkung wider. In der stimmungsvollen Darstellung dominieren Grün- und Grautöne, die das Zusammenspiel von Felsen, Wasser und Vegetation festhalten. Die besondere Lichtstimmung des Gemäldes entsteht durch den wolkenverhangenen Himmel im Hintergrund, der den Berg in sanft gedämpftes Licht taucht. Zugleich öffnen sich im Vordergrund die Wolken und lassen warmes Sonnenlicht auf das Ufer des Sees fallen. Die Komposition vermittelt Ruhe und Weite; einzig ein Vogel, der im Zentrum über dem See fliegt, durchbricht die Stille. Zoff signierte das Werk in der rechten unteren Ecke in Rot mit der Bezeichnung „Karlsruhe“. Das Gemälde wurde dort im Juni 1885 im Atelier vollendet. Damit verbindet das Werk persönliche Erinnerung und Naturbeobachtung und ist ein besonderes Zeugnis von Zoffs früher künstlerischer Handschrift. (MLS)