2022
Robert Piesen*
(Neuhaus, Tschechien 1921 - 1977 Haifa, Israel)
„Aus dem Zyklus Gehinnom“
1974
Mischtechnik auf Leinwand; gerahmt
70 x 60 cm (Rahmen Ausschn.)
Rückseitig bezeichnet, signiert und datiert: Aus dem Zyklus Gehinnom, Robert Piesen, 1974
Provenienz
österreichischer Privabesitz
Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
Auktion ist beendet.
Robert Piesen, 1921 in der Tschechoslowakei geboren, überlebte als einer der wenigen seiner Familie die Schrecken der NS-Zeit. Nach dem Krieg etablierte er sich innerhalb der Prager Kunstszene, die sich der informellen Abstraktion widmete. 1965, im Spannungsfeld zwischen politischer Repression und künstlerischer Einschränkung, emigrierte er gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin nach Ein Hod, Israel, wo er bis zu seinem Tod 1977 lebte und arbeitete.
Gehinnom (1974), entstammt dem gleichnamigen Zyklus von Piesen, dessen Schaffung Robert Piesen bereits Anfang der 1960er Jahre in Prag begann und bis zu seinem Lebensende fortführte, ist ein zentraler Bestandteil seines Oeuvres.
Inspiriert von der biblischen Erzählung des Gehenna-Tals bei Jerusalem, verdichten sich in dem monumentalen Werk von 1974 seine reliefartig strukturierten, düsteren Bildflächen zu einer suggestiven Chiffre des alttestamentlichen Jenseits. Diesen Raum zwischen Qual und Erlösung interpretiert Robert Piesen in einer strengen Form- und Materialsprache völlig neu. Sein gesamtes Oeuvre ist von einer tiefgründigen spirituellen Dimension durchdrungen und von existenzieller Bedrohung geprägt, wobei er informelle Abstraktion mit kraftvoller symbolischer Aufladung verbindet.
(Katharina Fischer)








