2021
Markus Prachensky*
(Innsbruck 1932 - 2011 Wien)
„Oliena 31“
1991
Acryl auf Leinwand; gerahmt
130 x 105 cm
Signiert und datiert rechts unten: Prachensky, 91
Rückseitig signiert und datiert: Markus Prachensky, 1991 sowie auf dem Keilrahmen bezeichnet: "Oliena-31-1991"
Provenienz
Privatbesitz, Österreich
Ausstellung
1993 Schaan, Fürstentum Liechtenstein, Galerie am Lindenplatz, Prachensky. Abstrakter Expressionismus, 12. März bis 17. April, Nr. 11.
Literatur
Ausstellungskatalog, Prachensky. Abstrakter Expressionismus. Ausstellung in der Galerie am Lindenplatz, 12. März bis 17. April 1993, Schaan 1993, Abb. 11.
Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
erzielter Preis: € 40.200 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 30.000
Auktion ist beendet.
„Prachenskys Bilder versteht nur, wer bereit ist, sie als einen Prozess zu verstehen. Man muss empfinden, was sich in ihnen zuträgt.“, sagt Klaus Albrecht Schröder über Markus Prachenskys Schaffen und beschreibt damit das Wesen seiner Kunst genau. Beim ersten Betrachten seiner Bilder sieht man kräftige Farbbahnen, dynamisch gesetzte Pinselspritzer, stets spannungsvolle, ausgewogene Kompositionen, ein Spiel mit den Formen. Doch dahinter steckt weit mehr. „Der Sinn ist ja schon drin und wenn man will, kann man viel sehen“, bemerkte der Künstler selbst.
Markus Prachenskys kraftvolle Pinselstriche prägen die österreichische Malerei seit den 1950er Jahren. Er gehörte zu der berühmten Vierergruppe um Monsignore Otto Mauer der Galerie nächst St. Stephan und fand schon früh zu seiner typischen, unverwechselbaren Ausdrucksform. Prachensky reduzierte das Gesehene nicht nur formal, sondern auch farblich. Seine wichtigste Farbe war während seiner gesamten künstlerischen Laufbahn das Rot. „Es gibt kein Bild ohne Rot. Dann finde ich keinen Zugang. Auf Rot baue ich auf.“, erklärte er.
Von Beginn an interessierte ihn die Abstraktion. Das Gegenständliche war ihm zu direkt. Er malte, was er gesehen hatte, wie er es gesehen hatte. Und so brachte er, nach intensiven, langen Studien, die Eindrücke seiner Reisen auf die Leinwand. Landschaftliche Strukturen dienten ihm als Inspirationsquelle. So sind es beim vorliegenden, ausdrucksstarken Gemälde „Oliena“ aus dem Jahr 1991 die Eindrücke einer Sardinienreise, die Prachensky auf die Leinwand brachte. Es sind die Felder im Norden der Insel, die Schönheit der mediterranen Atmosphäre, die Wärme der Sonne und das Blau des Meeres, die uns der Künstler hier in seiner typischen Kraft der Geste, im Leuchten der Farben, in der spontanen Entschlossenheit als bleibende Momentaufnahme schenkt. Die energievollen, rhythmischen Farbbahnen sind in ihrer Dichte ideal zueinander komponiert. Die Farbspritzer vermitteln etwas zutiefst Spontanes. Das Gemälde strahlt eine große Energie und Faszination aus – ein sehr gelungenes Beispiel seiner meisterlichen Kunst. Die Qualität seiner Malerei, der unverwechselbare Stil, die Balance zwischen bewusster Planung und spontaner Wirkung haben Markus Prachensky zu einem unvergesslichen Künstler gemacht, der österreichische Kunstgeschichte geschrieben hat.
(Sophie Höfer)






