Auktionshaus

Auktion: Moderne Kunst

02. Dezember 2025, 17:00 Uhr

1554

Artur Nikodem

(Trient 1870 - 1940 Innsbruck)

„Sistrans im Winter“
1914
Öl auf Leinwand; gerahmt
51 x 57 cm
Signiert und datiert rechts unten: A. Nikodem 1914.
Rückseitig auf Leinwand eigenhändig bezeichnet: A. Nikodem. 1914, / Sistrans

Provenienz

Privatbesitz, Tirol

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
erzielter Preis: € 42.000 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 32.000
Auktion ist beendet.

"Kunst ist das Schaffen aus der Seele. Die Wirklichkeit ist das Material dazu."
"Ich will nur schöne Sachen, die ich gesehen habe, festhalten - nicht Bilder machen. Ich habe Sachen zu sagen, die nur durch Formen und Farben ausgesprochen werden können, und deswegen muß ich malen."
(Artur Nikodem)

Artur Nikodem wird am 6. Februar 1870 in Trient geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhält er an der Münchner Akademie, wo er Schüler Franz von Defreggers ist. 1908 lässt er sich in Innsbruck nieder. In den zwanziger Jahren gehört Nikodem zu den erfolgreichsten und renommiertesten Künstlern Tirols. Auch wenn er stark in die lokale Tradition des Landes eingebunden ist, setzt er sich intensiv mit den Errungenschaften der Moderne auseinander und zeigt sich aufgeschlossen gegenüber zeitgenössischen Strömungen. Diese kombiniert und interpretiert er für seine eigene unverwechselbare Bildsprache. So spiegelt sich der Einfluss des secessionstischen Malstils ebenso in seinen Gemälden wider wie die Beschäftigung mit Henri Matisse und den Fauves. Auf Letztere verweist die zentrale Bedeutung, die der Farbe als künstlerisches Ausdrucksmittel in seinen Bildkompositionen zukommt. Dass es in seinen Landschaftsbildern aus Tirol wie der winterlich verschneiten Ansicht von Sistrans - südöstlich von Innsbruck, am Fuße des Patscherkofels gelegen - um mehr geht, als um die bloße Wiedergabe eines Ortes oder Naturausschnitts artikuliert der Maler in einem Tagebucheintrag vom 4. April 1915: "Kunst ist das Aussprechen der inneren Erlebnisse (nicht das Wiederholen der Natur!)" (Artur Nikodem, Tagebuchaufzeichnung 4.4.1915, zit. nach Gottfried Hohenauer, Artur Nikodem. Eine Künstlermonographie, Innsbruck/Wien/München 1961, S. 29)
(Claudia Mörth-Gasser)