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Gerhard Lojen*
(Graz 1935 - 2005 Graz)
„Mehrfarbige Reihen II“
1978
Öl auf Leinwand; ungerahmt
90 x 100 cm
Rückseitig auf Keilrahmen bezeichnet, datiert und signiert: "Mehrfarbige Reihen II" Lojen 78
Mit persönlicher Widmung.
Provenienz
österreichischer Privatbesitz
Schätzpreis: € 6.000 - 12.000
erzielter Preis: € 8.040 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 6.000
Auktion ist beendet.
Gerhard Lojen war bildender Künstler, Architekt und langjähriger Lehrer an der Meisterklasse für Malerei an der Ortweinschule in Graz. Zeit seines Lebens lebte und arbeitete er in seiner Heimatstadt, stand jedoch in regem Austausch mit internationalen künstlerischen Entwicklungen und Strömungen.
1954 begann Lojen ein Architekturstudium an der Technischen Universität Graz, wo er bei Kurt Weber – dem Wegbereiter der steirischen Moderne – Zeichnen und Malen studierte. Dort kam er früh mit internationalen Kunstströmungen wie dem Tachismus, Informel, Action Painting und dem Kubismus in Kontakt, was seinen künstlerischen Werdegang entscheidend prägte.
Sein erstes Materialbild schuf Lojen 1955. Bereits 1958 wurde er in die Grazer Sezession aufgenommen und war ab 1967 deren Präsident. Die konstruktive Abstraktion beeinflusste ihn tiefgehend, ebenso die Auseinandersetzung mit Kubismus und der Idee, dass Kunst nicht Naturabbildung, sondern künstlich ist.
Inspiriert durch seine enge Freundschaft mit dem Künstler Hans Bischoffshausen vertiefte Lojen seine Beschäftigung mit der reinen Abstraktion. Über Bischoffshausen erhielt er Einblicke in die französische Avantgarde sowie in die Gruppe ZERO. Eine gemeinsame Werkserie entstand 1983 in Villach.
Stilistische Phasen:
• 1960er Jahre: Betonung der informellen und konstruktiven Abstraktion.
• 1970er Jahre: Hinwendung zur geometrischen Abstraktion, beeinflusst von Suprematismus, Konstruktivismus und Schweizer Künstlern wie Max Bill.
• Ab 1978: Radikale Reduktion der Bildinhalte bis hin zur nahezu leeren Fläche.
• 1977: Gründung der Künstlergruppe „Gruppe’77“, als Reaktion auf das konservative Kunstverständnis der Sezession.
• 1980er Jahre: Beschäftigung mit dem Dreieck als zentrales Raum- und Formzeichen.
• 1990er Jahre: Konzentration auf weiße Monochromie mit transparenten Gelschichten als Ausdruck einer eigenen abstrakten Bildsprache.
• 2000–2005: Letzte Werkphase trotz schwerer Krankheit – Reduktion, Farbe Weiß mit pastosen Akzenten und horizontalen Strukturen.
1999 erhielt Lojen den Würdigungspreis des Landes Steiermark für sein über fünf Jahrzehnte gewachsenes, vielfältiges künstlerisches Werk. Werke befinden sich u.a. in folgenden Museen: Neue Galerie am Universalmuseum Joanneum, Steiermärkische Landesbibliothek, Lentos Kunstmuseum Linz, Albertina Wien
(Christa Steinle)


