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Wilhelm Thöny
(Graz 1888 - 1949 New York)
„Dame in Schwarz im Garten“
1936-37
Öl auf Karton auf Hartfaserplatte; gerahmt
52 x 40,5 cm
Signiert links oben: W. Thöny
Provenienz
österreichische Privatsammlung
Literatur
Vergleiche: Christa Steinle / Günther Holler-Schuster (Hg.), Wilhelm Thöny. Im Sog der Moderne, Ausstellungskatalog, Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, Graz 2013, WV-Nr. 341 ("Dame mit weißem Haar", 1936/37)
Das Gemälde wird in die Ergänzung des Werkverzeichnisses aufgenommen.
Wir danken Herrn Mag. Günther Holler-Schuster für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung.
Schätzpreis: € 28.000 - 50.000
erzielter Preis: € 39.680 (inkl. Gebühren und österreichischer MwSt.)
Meistbot: € 31.000
Auktion ist beendet.
Die Darstellung von Damen im Park ist in Thönys Werk zentral. Bis in seine New Yorker Jahre sollte er dieses Motiv aufgreifen. Meist geht es dabei um seine Frau Thea - als Ideal, als Pars pro Toto -, oft auch in seiner Begleitung. Die Beiden sind dabei stets in „Grande Robe“ dargestellt und wirken nicht selten grotesk bzw. wie Schauspieler. Die Damen im Park auf Thönys Bildern wirken meist statuarisch, streng und scheinen ausschließlich aus ihren Roben zu bestehen – diese bestimmen die Figuren. In archaischer Weise positioniert der Maler diese Damen frontal im Bild. Sie sind Botinnen einer „Welt von gestern“. Der pastose Farbauftrag kommt aus Thönys Zeit vor Paris, allerdings malt er hier viel freier und löst die Formen weitgehend auf. So stehen die Damen im abstrakt anmutenden Ambiente, das manchmal Blüten, Äste oder Architekturteile zeigt, meist aber in indifferenten Grüntönen erscheint.
Auch hier im Bildnis einer Dame in Schwarz, ist der Hintergrund expressiv und topografisch nicht einzuordnen. Die weißhaarige Frau ist unbekannt. Sie wirkt flüchtig ins Bild gesetzt, obwohl sie in ihrer Statuarik die Szene bestimmt. Die Malweise ist für Thöny in dieser Zeit typisch. Er lässt Linien als gestalterisches Element zu, setzt sie aber sehr gestisch. Die grundierte Leinwand scheint immer wieder durch und macht die Szene transparent. Minimale Farbakzente, die exakt verteilt sind, geben Thönys Gemälden eine unglaubliche Spannung und zeugen von seiner malerischen Virtuosität.
(Günther Holler-Schuster)

