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„Jardiniere“
Klostermühle, 1914
Form: Prod. Nr. 274/5
Dekor: opal außen schwarz geätzt
farbloses Glas, opalweiß unterfangen, schwarzrot überfangen, in zwei Arbeitsgängen geätzt; Rand und Standfläche geschliffen und poliert, rau ausgeätzter Grund; seitlich hochgeätzte Signatur "Loetz", auf der Unterseite gravierte Signatur "Arch. Peche"
7 x 18,5 x 11,5 cm
Literatur
Ernst Ploil, Wiener Gläser. Österreichischer Werkbund, Köln 1914, Wien 2014, S. 70;
Ricke, Ploil, u. A.: Lötz, 2003, S. 247 (Dekor); Lötz, Musterschnitte, 1989, S. 226 (Form)
Schätzpreis: € 8.000 - 16.000
Auktion ist beendet.
Genau genommen geht die von uns angebotene Schale auf eine Initiative des Josef Hoffmann zurück: Denn für die 1914 in Köln veranstaltete Werkbundausstellung hat Josef Hoffmann den österreichischen Ausstellungspavillon geplant. Er war es auch, der die Innenausstattung der Ausstellungsräume – mittelbar – gestaltet hat. Denn alle Ausstellungsräume wurden von Architekten entworfen, die Josef Hoffmann ausgewählt hat. Und alle diese Architekten veranlasste Hoffmann auch, Entwürfe für in dem großen Glas- und Keramikraum präsentierte, von der Manufaktur Johann Loetz Witwe produzierte Gläser zu liefern.
Dagobert Peche, der auf Wunsch Hoffmanns die Innenausstattung des Ausstellungsraums „Salon für die Dame“ zu kreieren hatte, hat Entwürfe für 2 Teller und 9 Vasen abgeliefert. Alle diese Entwürfe hat Lötz zunächst nur als Einzelstücke ausgeführt, manche von ihnen sind daher nur aus Museumsbeständen bekannt und nie in Serie gegangen. Unsere Jardiniere war das mit Abstand erfolgreichste Objekt, es wurde zumindest 27 mal – in verschiedenen Farben – von der Glashütte Lötz ausgeführt. Einige wenige Stücke, es waren (nur) jene, die von dem Wiener Kunsthändler Eugen Artin bestellt und verkauft worden sind, waren mit der Signatur „Arch. Peche, Loetz“ versehen.
Unsere Vase ist eine solche außerordentliche Rarität. (EP)

